Wenn Schule auf die Zukunft vorbereiten soll und nicht auf die Vergangenheit – Was machen wir dann, wenn das hier bereits die Gegenwart ist?
(Kleiner Selbstversuch: Googles Übersetzungs-App vs. Aldi-Prospekt)
Wenn Schule auf die Zukunft vorbereiten soll und nicht auf die Vergangenheit – Was machen wir dann, wenn das hier bereits die Gegenwart ist?
(Kleiner Selbstversuch: Googles Übersetzungs-App vs. Aldi-Prospekt)
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Im Mathematik-Unterricht verwenden wir immer wieder mal die App GeoGebra, die auf allen Geräten (iPads, Windows- und Android-Tablets) unserer Schüler läuft. Verglichen mit der früher verwendeten App FreeGraCalc ist GeoGebra einfach viel leistungsfähiger. Einerseits ist sie umfangreicher und damit leider auch etwas komplizierter für Schüler in diesem Alter, andererseits eignet sie sich aber viel besser für die Anwendung im Unterricht.
Im Moment behandeln wir gerade das Thema Indirekte Proportionalität. Hier bieten sich als Beispiel flächengleiche Rechtecke an, dabei bleibt eben der Flächeninhalt konstant, während Länge und Breite verändert werden.
Die Schülerinnen und Schüler sollten nun verschiedene flächengleiche Rechtecke (ein Eckpunkt stets im Ursprung des Koordinatensystems) in GeoGebra zeichnen und schließlich den Zusammenhang zwischen Länge und Breite der Rechtecke analysieren. Das Ergebnis: Wird z.B. die Länge verdoppelt, so muss die Breite halbiert werden usw. Dabei veranschaulicht eine Zeichnung den Zusammenhang der beiden Größen bei indirekter Proportionalität sehr deutlich, und mit dem Tablet geht das noch viel schneller.
GeoGebra bietet sogar die Möglichkeit die Spur eines Punktes anzuzeigen, wenn man diesen verschiebt. Damit war es nun auch möglich die zugehörige Kurve zur indirekten Proportionalität zu ermitteln. Es entsteht ein Hyperbelast.

Selbstverständlich ersetzt das Zeichnen auf dem Tablet nicht das Zeichnen im Heft im Mathematik-Unterricht, allerdings können sich die Schüler damit oft (wie in diesem Beispiel) viel schneller ein Bild von der Problemstellung machen und sich damit auf das Wesentliche konzentrieren.
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Im Zuge des Übergangs von unserer homogenen iPad- zu einer herstelleroffenen Tablet-Klasse mussten wir auch beim Umgang mit Dateien neue Wege beschreiten. Sicher kann man mit einem Apple-Gerät ganz hervorragend arbeiten, ohne sich Gedanken um Dateisystem machen zu müssen. Spätestens bei der Arbeit mit unserer Lernplattform mebis muss man aber doch ran an die Files – beim Einsammeln von Schülerarbeiten zum anschließenden Feedback und evtl. Bewertung gibt es zum „Datei auswählen …“-Button keine Alternative.
Wie damals im entsprechenden Artikel beschrieben, verließen wir uns 2012 noch auf Apples „Öffnen in“-Systematik. Man reichte ein beliebiges Arbeitsergebnis an die Dropbox-App weiter, die es in seiner Cloud speicherte, erzeugte einen öffentlichen Link und kopierte diesen in das entsprechende Feld auf mebis (damals noch Moodle).
Auch aufgrund der sich in letzter Zeit verschärfenden Diskussion um Datenschutz sowie dementsprechenden Richtlinien vom Kultusministerium war es nun Ziel, auf Dropbox sowie andere kommerzielle Cloud-Dienste zu verzichten.
Unser äußerst rühriger Systembetreuer fand in diesem Sommer eine clevere Lösung für dieses Dilemma: Er installierte auf dem Server unserer Schule einen WebDAV-Server, der direkt auf den OSS (Open School Server) aufsetzt. Für uns ist das die perfekte Schul-Cloud – die Daten werden an der Schule selber gespeichert, HTTPS-Verschlüsselung inklusive, WebDAV integriert sich nahtlos in iOS-, Android- oder Windows-Geräte, und der Zugriff funktioniert ohne Umkonfiguration sowohl aus dem Schulnetzwerk als auch von zu Hause bzw. überall aus.
Der „Datei auswählen …“-Button von mebis hat endlich seinen Schrecken verloren.
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Knapp drei Wochen ist das neue Schuljahr schon wieder alt und die Arbeit in der Tabletklasse hat sich langsam eingespielt. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten überwiegend technischer Art (Miracast zickte, Mebis hat so seine Ecken und Kanten) haben wir Lehrer vom ersten Tag an auf unseren Fachunterricht gesetzt, der wie bislang auch schon absolute Priorität über die Technik hat.
Die Gerätezusammensetzung stellte natürlich eine — absehbare — Herausforderung dar. Etwa die Hälfte der Klasse besitzt iPads, der Rest teilt sich in Android- und Windows-Tablets auf. Von vornherein konnten die App-Empfehlungen also gar nicht einheitlich für alle Plattformen sein. Im Fremdsprachenunterricht wesentliche Apps wie Notizblock- und Vokabelkasten-Software haben wir auf allen Plattformen getestet, ließen die Schüler im Endeffekt aber selber entscheiden. Während Metamoji Notes für Android und Windows in jeder Hinsicht mit Notability (iOS) mithalten kann und sich bei allen Schülern als die beste Notizblock-App herauskristallisiert hat, ist das Bild bei den Vokabelkarten uneinheitlicher. Wir haben sogar Schüler, die das althergebrachte papierene Heft bevorzugen, was wir natürlich auch gerne akzeptieren. Schließlich zeugt auch diese Entscheidung von einer bewussten Reflexion des eigenen Lernverhaltens, die in „normalen“ Klassen häufig gar nicht stattfindet.
Neu entdeckt in diesem heterogenen Systemumfeld haben wir die Software BookWidgets. Ursprünglich zur Erstellung von interaktiven Elementen in E-Books gedacht, eignet sie sich inzwischen hervorragend dazu, den Schülern Arbeitsblätter aller Art bereitzustellen. Was BookWidgets dabei besonders auszeichnet, ist die Fülle an Vorlagen, die moderne optische Umsetzung, die detaillierte Auswertung der Schülerleistungen, die Benutzerfreundlichkeit der Bedienung und vor allem die dank HTML-Export völlig unterschiedslose Unterstützung aller Plattformen. Egal ob Windows, Linux, iOS, Android, Mac OS X – die resultierende Webseite sieht immer perfekt aus.

Sieht so aus, als ob sich BookWidgets neben Mebis, Learningapps.org und Etherpads einen festen Platz in unserer digitalen Werkzeugkiste sichern könnte.
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Im Juli 2014 ist unsere iPad-Klasse nach zwei Jahren wie geplant ausgelaufen. Die äußerst positiven Erfahrungen der beteiligten Lehrer sowie die ermutigenden Rückmeldungen von Schüler- und Elternseite bezüglich der Arbeitsorganisation und des Lernerfolgs ließen uns zu keinem Augenblick daran zweifeln, dass eine Neuauflage des Projekts nur eine Frage der Zeit sein kann. In den vergangenen Jahren gab es zwar in jedem Jahrgang genügend teilnahmewillige Schülerinnen und Schüler, doch leider ließ die gleichzeitige, jeweils individuelle Wahl des Schulzweigs eine Einrichtung einer neuen iPad-Klasse nicht zu.
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Im Zentrum unserer Überlegungen in der iPad-Klasse steht von Anfang an, wie wir mithilfe der Tablets einen echten Mehrwert für den Unterricht schaffen können. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei das differenzierte, getrennte Erarbeiten von Inhalten. Inhalte, die – im Gegensatz zum klassischen Buch-Tafel-Heft-Unterricht – in einem nächsten Schritt dann allerdings geteilt, überarbeitet, kombiniert und bereitgestellt werden und schließlich allen zur Verfügung stehen. (Was in unserem kleinen, abgeschlossenen Klassenrahmen übrigens genau die Funktionsweise des Internets und die Entstehung und die Verarbeitung von Wissen im 21. Jahrhundert widerspiegelt!)

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Hier meine Antwort auf die Frage eines Schülervaters nach iPad-Apps, die meiner Meinung nach seinem Sohn bei der Schularbeit helfen könnten. Speziell hat er z.B. nach einer Schönschreib-App gefragt.
Ja, das Tablet ist auch unserer Erfahrung nach ein tolles Werkzeug für die schulische Arbeit, sowohl im Unterricht als auch für das Lernen zu Hause.
Die Apps, die wir verwenden, finden Sie unter „Elterninformation“ auf unserem Blog.
Wie Sie sehen, sind das nicht wirklich viele. Eine ganz zentrale Rolle in jedem Fach spielt dabei unsere Notizblock-App „Notability“, die müssen unsere Schüler vollkommen beherrschen: Im- und Export von PDFs, Ablage auf Dropbox und Freigabe auf Moodle, nach Fächern und Lerneinheiten strukturierte Dokumente, Einbindung von Bildern und Skizzen … und natürlich spielt die Handschrift eine ganz wesentliche Rolle. Das ist in Notability (aber auch in vergleichbaren Apps wie Notes Plus) sehr schön und ergonomisch mithilfe einer Zoom-Funktion gelöst, die eine „Schönschreib-App“ eigentlich unnötig macht.
Sehr universell einsetzbar ist auch die oben verlinkte Karteikarten-App „Flashcards“ (ist ebenfalls nur eine von vielen, die hat uns bei Einführung des Projekts halt am besten gefallen und bislang nicht enttäuscht). Durch die raffinierten, adaptiven Abfragemöglichkeiten ist es sowohl für Vokabeln als auch für die „Lernfächer“ (Bio, Chemie, Geschichte, Geografie, Physik) sehr geeignet.
Ganz grundsätzlich halte ich solche Apps wie diese für das schulische Lernen für gewinnbringender, die es den Schülern erlauben, aktiv ihre eigenen Inhalte aufzubauen, zu strukturieren und abzufragen, als kommerzielle Apps à la „Bio Klasse 8 Gymnasium Bayern“. Diese bieten dann vielleicht toll aufbereitete Inhalte mit guten, interaktiven Abfragemöglichkeiten, aber für ein dauerhaftes, langfristig erfolgreiches schulisches Lernen kommt mir dabei der Aspekt zu kurz, dass sich die Schüler die Lerninhalte möglichst selbstständig und eigenverantwortlich erarbeiten sollten.
Ansonsten setzen wir im Unterricht – je nach Anforderung – sehr stark auf (freie) Webdienste wie Etherpad oder Google-Bildersuche. Und natürlich Moodle als das zentrale Arbeitszimmer der Klasse.
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So lästig sie sind – gelegentliche kurze Exen sind unerlässlich: Sie geben Schülern Rückmeldung über ihren eigenen Leistungsstand und über die Effizienz ihrer Lernstrategie. Dem Lehrer liefert eine Stegreifaufgabe ebenfalls wichtige Informationen: Wo steht die Klasse wirklich? Gehen wir im Unterricht vielleicht zu schnell vor? Erfordern bestimmte Einheiten noch mehr Übung, als es im Unterricht den Eindruck macht? War die Darstellung der Lerninhalte in der Form und der Zeit angemessen?
Entgegen vielen hartnäckigen Vorurteilen sind iPads keinesfalls nur zum Konsum, sondern auch zur Produktion von Medieninhalten geeignet. In iMovie geht die Kombination von Text, Fotos, Videos und eigenen Tonspuren tatsächlich bemerkenswert intuitiv und ohne große Einarbeitungszeit von der Hand. Das haben wir natürlich ausprobiert, und zwar im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema „Digital Storytelling“, die uns von zwei Arbeitsgruppen eines Englisch-Didaktikseminars der Uni Augsburg bereitgestellt und begleitet wurde.
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