Verfasst von: bodo94 | 19. Februar 2022

Memes im (Geschichts-)Unterricht

Beitrag auf einer schulinternen Memeseite, aufrufbar unter https://www.instagram.com/p/CXIlilpIONp/.

Karikaturen sind ein gerade im Geschichtsunterricht häufig genutztes Medium, deren Relevanz als historische Quelle nicht infrage gestellt werden soll. Die Frage ist jedoch, wie sehr diese noch Teil der Lebenswelt unserer Schüler:innen sind, wenn selbst der Autor dieser Zeilen sie in seinem Alltag nicht mehr konsumiert. Stattdessen folgt er als Geschichtslehrer diversen Accounts auf Instagram, die sich auf historische Memes spezialisiert haben. Können diese als eine Art modernes Pendant zur Karikatur hier eine Brücke bilden? Dieser Gedanke bildete den Ausgangspunkt für die Konzeption meiner zweiten Staatsexamensarbeit, in der ich mich mit Möglichkeiten des Einsatzes von Memes im Geschichtsunterricht befasste.

Konkret sollte sich alles um die Beschäftigung mit den sogenannten Grundlegenden Daten und Begriffen – kurz GDB – drehen, dem modernen Gegenstück zum guten alten „Grundwissen“. Diese werden oftmals im Unterricht sträflich vernachlässigt, bilden aber doch eine wichtige Grundlage der Sachkompetenz. Die Schüler:innen sollten so im Zuge des Projekts basierend auf den bisher im Zuge ihrer Geschichtslaufbahn behandelten GDB selbst Geschichts-Memes erstellen, die wir anschließend auch stilecht auf einem extra hierfür angelegten Instagram-Account veröffentlichten.

Der im Rahmen des Projekts entstandene Instagram-Kanal der Klasse 8cT, aufrufbar unter https://www.instagram.com/8chgeschi_memes/.

Die Schüler:innen staunten nicht schlecht, als ich mit dem unten angefügten Meme in eine Stunde mit ihnen einstieg. So dauerte es auch eine kurze Zeit, bis sie wirklich merkten, dass ich ernsthaft mit ihnen mit diesem Medium arbeiten wollte. Spätestens als wir systematisch Memes und Karikaturen verglichen und erstere analog zu letzteren analysierten, waren sie voll mit dabei. Als sie dann selbst Memes erstellen durften, waren viele von ihnen Feuer und Flamme. Dies fiel den Schüler:innen in der Regel übrigens recht leicht, hatten die meisten doch schon bereits Erfahrung damit. Das Feedback zum Projekt insgesamt fiel äußerst positiv aus.


Beispiel für ein historisches Meme aus dem Projekt zum Tod Caesars.
Beispiel für ein historisches Meme aus dem Projekt, welches den Verlauf der französischen Revolution und die Machtübernahme Napoleons thematisiert.

Aber auch außerhalb eines solchen Projekts lassen sich Memes natürlich an vielen Stellen einbringen, sei es als Einstieg, um das Eis zu brechen, oder auch an anderer Stelle zur Auflockerung. Und nach so einem Projekt hat man als Lehrer:in natürlich eine große Menge an frischen Memes für vielerlei Themen zur Hand und die meisten Schüler:innen wird es freuen, wenn die Lehrkraft ihre Memes in anderen Klassen verwendet.😉 Dass es sich bei der Klasse um eine Tablet-Klasse handelte, erleichterte natürlich vieles, da so alle Schüler:innen in jeder Unterrichtsstunde ihr Werkzeug zum Erstellen von Memes oder dem Präsentieren von Ergebnissen stets zur Hand hatten.

Insofern gibt es eigentlich nichts, das einer Nutzung von Memes im (Geschichts-)Unterricht im Wege steht. Gerade auch, da sich Memes in Zukunft von der Darstellung zunehmend zur Quelle wandeln werden. So ist auch deren zunehmende Bedeutung in politischen Wahlkämpfen nicht mehr zu leugnen. [1]

Johannes Müller, StRef Englisch und Geschichte am CHG im 1. Halbjahr 21/22


[1] Als weiterführende Lektüre zum Thema Memes im Geschichtsunterricht sei Meme vs. Karikatur von Kevin Bury empfohlen.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 20. Dezember 2021

Wikipedia aktiv mitgestalten

Seit Beginn unseres Projekts ist eine der Perspektiven, das Klassenzimmer nach außen zu öffnen und zu erweitern. Unterricht ist üblicherweise eine Blackbox – heute würde man sagen eine „Bubble“: Nichts dringt nach draußen, keiner kann reinschauen, weder Eltern, andere Lehrkräfte, andere Klassen oder gar Schulleitungen kriegen mit, was da eigentlich täglich passiert.

Umgekehrt ist es übrigens genauso: Die Welt draußen spielt häufig keine Rolle. Im Klassenzimmer regiert die künstliche Welt der Lehrbücher, der auswendig gelernten Formeln und Daten. Manchmal bahnt sich die Lebensrealität ihren Weg in Form von Fotokopien, die – je nach individueller Motivation der Lehrkraft – sicher aktueller und lebensrelevanter sind als das Papierbuch, aber halt doch auch wieder „gefiltert“.

Eine Möglichkeit bietet bereits Google Earth bzw. sein Apple-Pendant Apple Karten, ein Weblog, eine Klassenhomepage, Videokonferenzen, YouTube, Livestreams und viele andere.

Aber auch Wikipedia drängt sich für Fremdsprachenlehrer geradezu auf. Die mit Abstand größte Enzyklopädie der Welt in ihrer englischen, französischen, italienischen oder spanischen Version weisen bei regionalen Informationen über den Chiemgau naturgemäß Informationslücken im Vergleich zur deutschen Version auf. Lücken, die wir Fremdsprachler ausnützen können: Unsere Schüler können ganz ohne Anmeldung Artikel in jeder Sprachversion editieren.

Konkret hat mein Q11-Kurs die englischsprachigen Einträge wie Traunstein, Waging, Ruhpolding, Inzell, Chieming und anderer unter die Lupe genommen und in der Fremdsprache bearbeitet, verbessert, ergänzt oder neu angelegt.

Nachteil dieser Aktivität ist es, dass man diese nur zwei- oder dreimal einsetzen kann, bis dann alle Artikel auf annähernd dem Stand der deutschen Artikel sind. 

Vorteil bis dahin: Die Aufgabenstellung ist sehr nahe an der Lebenswirklichkeit. Englischsprachige Kommunikationspartner werden einen später sicher nicht zur Rolle der englischen Monarchie und Englands sozialer Schichtung, zum American Dream oder den angelsächsischen Regierungssystemen befragen – immer noch Standard in unseren Prüfungen –, sondern wie es eigentlich daheim so ausschaut.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 2. November 2021

Ausdrucken genau andersrum: Von Papier aufs Tablet

Ohne große Ankündigung hat Apple mit iOS/iPadOS 15 die Funktionalität „Live Text“ eingeführt. Diese erlaubt es, aus beliebigen Kamera- und Bildschirmfotos Text auszuwählen, in die Zwischenablage abzulegen und in einer beliebigen App einzufügen. Was früher noch OCR hieß und wofür man bis vor Kurzem noch Drittanbieter-Apps brauchte, funktioniert nun so einfach und intuitiv wie nie zuvor: Text knipsen, Foto-App öffnen, Text markieren, Kopieren, Einfügen. 

Aus welchem Grund auch immer ziert sich im Gegensatz zu meinem iPhone die Kamera-App des iPads häufig, diesen Schritt direkt anzubieten. Wobei der kleine Umweg über die Foto-Ablage zuverlässig funktioniert – egal. Was mein Lieblingsthema Handschrift betrifft: Auch diese wird erkannt, die verbundene Form allerdings im Augenblick noch nicht sehr zuverlässig. 

Zum ersten Mal ist es jetzt also unkompliziert möglich, auch längere Texte – etwa aus dem Schulbuch oder einer Webseite – umzuschreiben. In den Fremdsprachen kann man z.B. nun die Stilebene (Register) eines Textes schnell ändern, ohne den ganzen Text abschreiben zu müssen. Oder einen Erklärtext individuell so anpassen lassen, dass ihn der Schüler besser versteht. Oder ein alternatives Ende einer Geschichte im gleichen Text verfassen lassen. 

Wieder ein kleiner Schritt hin zur Auflösung der Barriere zwischen Analog und Digital.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 30. Oktober 2021

Bildschirmfotos damals und heute

Mal schnell ein Bildschirmfoto per Mail verschicken? Auf dem iPad: Home- plus Laustärke-Button drücken, „Teilen“, „Mail“, Empfänger eingeben, losschicken.

Hier die Prozedur auf Windows XP (gefunden in einem Forum, selber nicht nachgeprüft). Die Abbilder hießen damals „Screenshots“.


Zwanzig Jahre Entwicklung von Nutzeroberflächen, dem Stiefkind der Geeks.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 14. Mai 2021

Stimmt das echt?

Das Internet hat katastrophale Folgen. Vor allem für die Generation, die in einer Zeit aufgewachsen ist, in der jegliche gedruckte Information redaktionell und professionell geprüft wurde, um zumindest den gröbsten Unsinn herauszufiltern. Der unerschütterliche Glaube an das „Steht da schwarz auf weiß“ prägte bis ins zwanzigste Jahrhundert Generationen. 

Und dann kam das Internet, das die Sender-Empfänger-Logik auf den Kopf stellte. Jetzt kann jeder beliebig veröffentlichen, schreiben, auf YouTube stellen, teilen, weiterleiten, um Aufmerksamkeit buhlen, täuschend authentisch wirkende Bücher als PDF veröffentlichen – und nicht zuletzt auch Zeitungsartikel fälschen, um auch noch dem absurdesten Unsinn einen zumindest oberflächlich seriösen Touch zu geben.

Ein bemerkenswertes Projekt macht es sich seit über fünf Jahren zur Aufgabe, für diese Falle der scheinbaren Authentizität zu sensibilisieren. Auf Paul Newsman können alle kostenlos einen beliebigen Text ins Layout eines Online-Zeitungsartikels bringen und auf einem fiktiven Nachrichtenportal als aufrufbaren Artikel bereitstellen. Erst ein genauerer Blick oder ein Klick auf einen Link erklärt, dass es sich bei dem Dienst nur um ein Scherzangebot handelt:

Im schulischen Kontext erlaubt Paul Newsman es, im Sinne der im Lehrplan verankerten Medienbildung zu thematisieren, was die Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit von Informationen ausmacht. Wenn sogar ich seriös wirkenden Nonsens ohne nennenswerten Aufwand produzieren kann, sollte ich da nicht sehr vorsichtig mit Informationen aus anderen Quellen umgehen?

Vielleicht noch lehrreicher für die Realität im Jahre 2021 ist die Tatsache, dass der Service vor ein paar Wochen massiv eingeschränkt wurde. Offenbar reichen in den „alternativen“ Telegram- und WhatsApp-Gruppen inzwischen schon gefakte Screenshots, um deren Mitglieder zu täuschen, in ihrer Meinung zu verstärken und Like-und-Share-Wellen auszulösen:

Wie sensibel das Thema ist, das war mir durchaus bewusst, als ich meine 9. Klasse darum bat, ähnliche Quatschartikel zu erstellen. Schließlich reicht es in unseren Zeiten schon, aus journalistischem Interesse an der Reichweitenforschung bewusst künstliche Verschwörungstheorien zu erfinden, und  es werden sich immer Leute finden, die den größten Bullshit für bare Münze nehmen.

Von Paul Newsman wichen wir auf einen anderen Dienst aus, um es trotzdem auszuprobieren:

Wenn Sie auf sozialen Netzwerken demnächst von Schnecken lesen, die langsam und unauffällig unsere Hirne auffressen, weil Sie sich seit Langem fragen, warum die Menschen (außer Sie natürlich!) immer dümmer werden – Sorry, das war einer von uns.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 6. April 2021

Jetzt aber mal raus an die frische Luft

So gut und sinnvoll Lehrbücher in niedrigeren Klassenstufen sind, so empfinde ich sie bei älteren Kindern und Jugendlichen zunehmend als Einengung. Sie schnüren den Unterricht in eine vorgegebene Struktur, die einem selbstgesteuertem, entdeckenden, kreativen Lernen entgegensteht. Bei der inzwischen unüberschaubaren Vielzahl an digitalen Angeboten zur Erkundung der Welt erscheint die Lehrbuchrealität vor allem in den geisteswissenschaftlichen Fächern, wie sie sich die Schulbuchverlage entlang der Lehrpläne ausgedacht haben, zunehmend als künstlich zurechtgezimmert.

Einen Weg raus in die Freiheit – verlockend gerade in Pandemiezeiten – bietet Google Earth. Beispielhaft konnte sich eine zum Halbjahr von mir übernommene 8. Klasse Französisch in Ergänzung zum Lehrbuch auf eine virtuelle Tour durch Marseille machen. Wobei sich diese Phase natürlich auch zum Einstieg in ein neues Thema anbietet. Vorgabe war, sich auf Basis der doch immer noch sehr stereotypischen Lektionstexte zu dem Thema zunächst im 3D-Modus einen allgemeinen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Die üblichen Sehenswürdigkeiten standen im Vordergrund, aber ich bat die Klasse auch, einfach mal durch die Straßen zu schlendern und individuelle, möglichst detaillierte Beobachtungen zu beschreiben, die dann mit den anderen geteilt werden sollten. 

Herausgekommen sich tatsächlich sehr individuelle, teilweise auch überraschende Einblicke in die ungeschminkte Realität der Millionenstadt. Natürlich griff die Klasse im Fernunterricht auf verschiedene online verfügbare Hilfsmittel wie Online-Wörterbücher zurück, was ja auch durchaus erwünscht ist: Ich würde es beim Verfassen eines fremdsprachlichen Textes ja auch nicht anders machen.

YouTube, Google Earth, Apples Karten, virtuelle Museen und Kunstgalerien – all diese Dienste bieten nach dem kaum schülermotivierenden Durchkauen des immer mehr als künstlich empfundenen Lehrbuchinhalts ein Fenster nach draußen, das wir unbedingt nutzen sollten.

Verfasst von: Emma Neumann | 15. März 2021

Die 6 besten Zoom Spiele für Online-Stunden und Videokonferenzen

In unserer hochmodernen Zeit spielen wir nicht mehr nur physische, sondern auch Online Spiele. Ich habe mir Online Quiz-Spiele und Plattformen zum Spielen ein wenig näher angesehen und ich möchte euch ein paar davon vorstellen, die mir sehr gut gefallen haben.

Die 6 besten Zoom Spiele für Online-Stunden und Videokonferenzen

1. Mit dem Wortgenerator Pictionary online spielen

Das beliebte Spiel Pictionary kann auch als Onlineversion gespielt werden. Sinn des Spiels ist es, vorgegebene Wörter und Begriffe dadurch zu erklären, dass sie gemalt werden. Pictionary kann mit Teams gespielt werden. Die Spielregeln sind recht einfach und ihr müsst nicht erst ein ganzes Regelwerk durchlesen, um als Neulinge mit dem Spiel zu beginnen. Mit dem Wortgenerator für Pictionary gelingt es, Wörter zu generieren, die erraten werden müssen. Der Pictionary Wort Generator wird benötigt, damit der Gegner nicht allzu komplizierte Begriffe vorgibt. So bleibt das Spiel für alle Teams fair. 💙🥉

2. Mit dem Scharade Wortgenerator online spielen

Ein ebenfalls sehr beliebtes Spiel ist Scharade. Auch in diesem Spiel geht es um das Erraten von Wörtern und Begriffen, Titeln von Liedern oder Namen von Persönlichkeiten. Aber im Gegensatz zu Pictionary wird bei Scharade nichts gezeichnet. Ein Mitglied eines Teams versucht, einen Begriff durch Gesten und Bewegungen zu erklären. Es darf bei Scharade nicht gesprochen werden. Auch für die Onlineversion von Scharade gibt es einen Wortgenerator, der Begriffe im gleichen Schwierigkeitsgrad für alle Teams ermöglicht.

3. Schnitzeljagd online im Wald spielen

Das schöne Spiel Schnitzeljagd kennen wir eigentlich alle. Wir Lehrerinnen und Lehrer spielen es bei Ausflügen und bei Klassenreisen im Freien. Das Internet und diverse Tools erlauben nun eine Schnitzeljagd der ganz besonderen Art. Denn mit Hilfe von GPS und Google Maps entsteht eine Schnitzeljagd der ganz besonderen Art. Alle verbinden sich digital und können das Spiel dann trotzdem draußen in der freien Natur spielen. Der Google Live Standort ermöglicht den Lehrkräften, ihre Schülerinnen und Schüler immer im virtuellen Auge zu haben. Die Zeit der Schnitzeljagd Zettel an den Bäumen ist vorbei. Jetzt wird Schnitzeljagd online im Wald gespielt! 🌼🌳🍄

4. Das klassische Quiz

Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern werden sich sehr über diese Art von Online Quiz freuen. Denn das klassische Quiz ist immer noch ein sehr beliebtes Spiel. Es kann auch von mehreren Generationen gespielt werden. Für Lehrkräfte und für Eltern empfiehlt es sich, vor Beginn des eigentlichen Spiels eine Präsentation zu erstellen. Dann macht das Zoom Spiel viel Freude, weil auch die Optik stimmt. Im Link findet ihr tolle Tipps für Zoom Quiz Spiele, damit ihr diese ganz nach eurem Geschmack variieren könnt!

5. Schlachtschiffe oder Schiffe versenken

So manchen Lehrerkollegen hat das Spiel Schlachtschiffe oder auch Schiffe versenken in den letzten Jahrzehnten schon zur Verzweiflung gebracht. Denn anstatt während der Schulstunde zuzuhören und aufzupassen, spielen ihre Schüler dieses fesselnde Spiel. Generationen haben schon damit verbracht, sich die Pausen und die Schulstunden damit zu verkürzen. Auf einem Blatt Papier werden quadratische Felder nummeriert und die Schiffe eingezeichnet. Der Gegner kann diese Schiffe dann durch Nennung der exakten Position versenken. Wie wäre es also, das Spiel Schlachtschiffe zur Abwechslung mit Erlaubnis des Lehrers oder der Eltern zu spielen? Unter diesem Link findet ihr eine Vorlage zum Ausdrucken und dann kann es online oder offline auch schon losgehen! 🚢🚢

6. Monopoly vertreibt Langeweile

Eines der beliebtesten Spiele der Welt kann Schulkindern die Zeit vertreiben. Gerade in den Zeiten von Covid-19, aber auch am Wochenende oder bei schlechtem Wetter, ist Monopoly immer noch ein Renner. Es ist nicht nur ein sehr vergnügliches, sondern auch ein sehr lehrreiches Spiel. Denn die Spieler müssen mit ihrem Geld haushalten, von dem anfangs alle die gleiche Menge zur Verfügung haben. Sie können damit Straßen und ganze Straßenzüge kaufen. Auch Bahnhöfe sind im Angebot. In den Straßen können sie Häuser oder Hotels bauen. Von Gegenspielern können sie Miete verlangen, wenn diese sich durch Würfeln auf ihren bebauten oder unbebauten Straßen befinden. 🎲🎲

Onlin Spiele fürs Lernen und für die Freizeit

Nicht nur in Zeiten von Covid-19 bereitet das Spielen am Computer sehr viel Freude. Denn mit Online Spielen und Videokonferenzen vertreibt man sich die Zeit und bleibt in Verbindung. Spiele sind fast von Anfang an ein wichtiger Teil unseres Lebens. Kaum ist ein Säugling ein paar Monate alt, beginnt er auch schon, spielerisch die Welt zu erkunden. Das Spiel setzt sich die ganze Kindheit und Jugend über fort und auch mit Onlinespielen kann man wunderbar lernen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Grundschul-Partnerblog meintechklass meintechklass.de, mit dem wir gerne zusammenarbeiten.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 6. Februar 2021

190 Länder reichen nicht

Nie war ein konsequentes Umdenken bei der eigenen Unterrichtspraxis wichtiger als im Distanzunterricht. Die simple Abbildung des genau geplanten und gesteuerten Belehrungsunterrichts funktioniert in Videokonferenzen nicht mehr. Nie war es für Schüler leichter, sich einfach auszuklinken: Zuerst Video und Mikrofon, dann ihre Aufmerksamkeit. Wer wollte ihnen das verdenken, mehr als eine Stunde passiver Informationsaufnahme vor einem Bildschirm halten wir Erwachsenen ja auch kaum aus.

In dieser Ausnahmesituation des Kontrollverlusts auf Seiten der Lehrkräfte im Vergleich zur physischen Präsenz wird es geradezu unabdingbar, unsere Schüler zu möglichst selbstständigem Arbeiten anzuleiten. Es ist wohl so ein Lehrerding, sich gerne über ihre – sich vor allem jetzt manifestierende – mangelnde Selbstständigkeit zu beschweren, dabei aber zu ignorieren, dass diese auch gelernt, trainiert, eingefordert und konsequent weiterentwickelt werden muss.

Anders formuliert: Obwohl die Unterrichtsmethode der direkten Instruktion im Präsenzunterricht tatsächlich häufig zu Unrecht kritisiert wird, erreicht sie im Distanzunterricht schnell ihre Grenzen.

Ich habe einen ersten Schritt in Richtung Projektunterricht mal im Alleingang probiert: Meine 9. Klasse Englisch sollte in Zweierteams selbsterfundene Länder detailgenau beschreiben. Als Grundlage der Beiträge wurden Weltregionen gewählt, in denen sich das fiktive Land befinden sollte. Als Präsentationsform haben wir ein Weblog gewählt, die Beiträge sind natürlich anonymisiert und zur Registrierung bei WordPress.com haben wir Müll-Mailadressen benutzt.

Ziel dieses Experiments war der Gedanke, dass sich die Schüler genau über die geografischen, geschichtlichen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Nachbarländer ihrer Phantasiestaaten erkundigen und kreativ ein nicht existierendes Land entwerfen sollten, das es tatsächlich geben könnte.

Angesichts der doch recht anschaulichen kreativen Ergebnisse will ich aber auch nicht verschweigen, dass es über ein Drittel der Schülerteams  trotz genauer Arbeitsanweisungen, Terminabsprachen und meinem Korrekturservice nicht geschafft hat, einen in Inhalt und Form passenden Beitrag zu erstellen. Manchen Beiträgen sieht man auch das alte Gruppenarbeits-Problem an, dass einer was tut und der andere gar nichts. Was für mich sicher kein Vorwurf an die Schüler ist, sondern die Frage nach dem „Warum“ aufwirft: Auch das Arbeiten in Teams ist im Unterricht – auch in meinem – augenscheinlich viel zu lange vernachlässigt worden.

Eine große Hürde stellt im Augenblick auch dar, dass unsere Schüler und wir Lehrkräfte es nach jahrelanger Prägung gewohnt sind, Schulunterricht als Abfolge voneinander völlig unverbundener Fächer wahrzunehmen. Dass Geschichte, Biologie, Geografie, Musik, Wirtschaft und Recht, Physik, Fremdsprachen und andere ja nur die verschiedenen Facetten derselben Welt darstellen und im richtigen Leben auch eine Einheit bilden, dieses Bewusstsein muss erst langsam hergestellt werden. Von Seiten aller Beteiligten. Vielleicht war es von meiner Seite deshalb sogar fast unfair, diese Kompetenz zunächst nur von Schülerseite eingefordert zu haben, woher sollen sie das auch können? 

Bei nächsten Mal wird dann alles besser, dann in der Absprache unter den Kollegen, die meine 9. Klasse unterrichten. Vielleicht irgendwann auch mal wieder im Präsenzunterricht. Um das verknüpfte, fächerübergreifende und selbstständige Lernen führt auf Dauer ohnehin kein Weg mehr vorbei.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 29. November 2020

PhET: Interaktive Simulationen für Naturwissenschaften

Wieder mal eine Neuentdeckung aus unserem Kollegium, diesmal aus der MINT-Ecke. Die University of Colorado Denver bietet ihre kleinen interaktiven Simulationen auch in einer App für Tablets an. In den derzeit knapp 100 Modulen kann man nach Belieben modifizieren, messen, kalibrieren, basteln, verändern und die Resultate der eigenen Parametrierung grafisch nachverfolgen und präzise ablesen.

Zur schnellen Eingrenzung der Suche sind die „Simulatiönchen“ nach Fach (Biologie, Chemie, Geografie, Mathematik und Physik) und Schulstufe geordnet.

Auch wenn konkret in Präsenz beobachtbare und analysierbare Versuchsaufbauten auch in einer digitalen Welt hoffentlich weiterhin das Kernstück des naturwissenschaftlichen Unterrichts bleiben werden, bieten interaktive Simulationen über diese realen Versuche hinaus enorme Potenziale: Die beliebige, individuelle Wiederholbarkeit und die Visualisierung ansonsten im Klassenzimmer nicht darstellbarer Szenarien ist gerade der Kern dessen, wie digitale Werkzeuge den Unterricht bereichern können.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 29. Oktober 2020

Dreh- und Angelpunkt Bildschirmfoto

Das Schimpfen der Lehrer auf Schulbuchverlage ist so alt wie der Buchdruck. Beim Übergang in das digitale Zeitalter wurde die Diskussion noch hitziger: Wie soll ein Lehrwerk und dessen Zusatzmaterialen ausschauen? Inwieweit bleibt das Paradigma des Papierzeitalters („Hier steht, was ihr zu lernen habt“) erhalten? Was wird ergänzt, was ersetzt? Wie kann man Bildungsstandards und Binnendifferenzierung unter einen Hut bringen? Braucht es angesichts der OER überhaupt noch Verlage?

Die Frage nach der Kombinierbarkeit von Lehrbuch, Apps, Webdiensten und eigenen Aufzeichnungen begleitet unser Projekt von Anfang an. Die Erwartung von Eltern an unsere iPad-Klassen war immer auch, dass ihre Kinder morgens nun endlich weniger Bücher in die Schule schleppen müssten. Diese hat sich bislang nur teilweise erfüllt: Außer Cornelsen war in der Anfangszeit keiner der Verlage bereit, die Schulbücher zumindest als statisches PDF zur Verfügung zu stellen. Eifrige Schülerinnen und Schüler haben die Buchseiten immer wieder abfotografiert und somit das Buch zu Hause gelassen, aber eine praktikable Dauerlösung war das sicher nicht.

Eine entscheidende Barriere für die Kombination von Notizblock-App und E-Book war immer auch die beschränkte Bildschirmgröße des iPads. Aus ergonomischen Gründen konnte Heftführung und Schulbuch nicht parallel stattfinden: Entweder Buch aus Papier und handschriftliche Heftführung auf dem Tablet oder umgekehrt.

Das Problem hat sich inzwischen völlig überraschend in Luft aufgelöst. Die Lehrwerke der aktuellen Generation werden alle auch als E-Books angeboten. Das Platzproblem auf den Bildschirmen der iPads lässt sich somit verblüffend einfach lösen: Die Schüler machen ein Bildschirmfoto der Seite, schneiden es zurecht, kopieren es in die Zwischenablage und fügen es in eine Notizbuch-App ein. Dort kann es beliebig weiterbearbeitet werden.

Aus unserer Perspektive hat der Klett-Verlag für die neue Lehrbuch-Generation eine wirklich vernünftige Lösung für Schüler abgeliefert. Das Schleppen von riesigen Schulranzen, der Anblick von kleinen Sherpas um halb acht in der Früh, all das wird langsam verschwinden. Gut so.

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