Verfasst von: Gerhard Piezinger | 1. Februar 2014

Digital Storytelling

Entgegen vielen hartnäckigen Vorurteilen sind iPads keinesfalls nur zum Konsum, sondern auch zur Produktion von Medieninhalten geeignet. In iMovie geht die Kombination von Text, Fotos, Videos und eigenen Tonspuren tatsächlich bemerkenswert intuitiv und ohne große Einarbeitungszeit von der Hand. Das haben wir natürlich ausprobiert, und zwar im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema „Digital Storytelling“, die uns von zwei Arbeitsgruppen eines Englisch-Didaktikseminars der Uni Augsburg bereitgestellt und begleitet wurde.

Eine Hälfte unserer Klasse bekam den Arbeitsauftrag, einen typischen Tagesablauf zu beschreiben. Was sich zunächst eher nach einer mittelschweren Aufgabe für Unterstufenschüler anhört, erwies sich aber auch für unsere Neuntler als nicht ganz einfach – die Verschmelzung von Bild und Ton zusammen mit der Auswahl von erwähnenswerten Inhalten und deren Umsetzung im Englischen zu einer ansprechenden, sinnvollen Einheit ist keinesfalls so trivial wie zunächst angenommen.
Die andere Hälfte der Klasse erarbeitete in Zweierteams verschiedene Aufgabenstellungen zu den Enthüllungen der Abhörtätigkeiten amerikanischer Geheimdienste. Auf Basis vorgegebener Leitfragen, mitgelieferten Materials und eigener Recherchen porträtierten sie die NSA, deren Aktivitäten und die Person Edward Snowden.
Überwiegend produzierten unsere Schüler vertonte Diashows, also eine Abfolge von selbstgemachten oder im Internet gefundenen Bildern kombiniert mit selbst aufgenommenen Audiokommentaren. Häufig wurden auch die von iMovie angebotenen Themes (Titel, Übergänge, Hintergrundmusik) benutzt. Eine Ausnahme bildete eine fiktive Nachrichtensendung, in der ein Reporter vor Ort die aktuellen Ereignisse schildert.
Bild
Es sollte natürlich nicht verschwiegen werden, dass im Verlauf der vier dafür angesetzten Unterrichtsstunden nicht alles so glatt lief, wie es die meist recht gut gelungenen Ergebnisse vermuten lassen. So hatte ich das Moodle-Wiki zur Dokumentation des Projektfortschritts versehentlich auf getrennte Gruppen gestellt, weshalb die Schüler nur die Beiträge ihrer LdL-Partner sahen – und ich selber gar keine. Dann musste erst ein Weg gefunden werden, das eigene Ergebnis mit den anderen zu teilen, da iMovie nicht direkt in die Dropbox exportieren kann und der E-Mail-Versand auf 30-Sekunden-Clips beschränkt ist. (Eine Lösung ist es, ins Fotoalbum zu exportieren und dann nach der Synchronisation den Film auf dem PC/Mac in die Dropbox zu schieben.)
Dass ein Korrekturlesen selbstverfasster Texte vor allem in einer Fremdsprache vor der Aufnahme eine sinnvolle Hilfe und keine Schikane des Lehrers ist, wurde einigen dann klar, als ihnen ihre sprachlichen Fehler vor der Klasse bewusst wurden.
Aber nur durch solche Herausforderungen lernen wir (gemeinsam) weiter, egal ob Schüler oder Lehrer.
Ein großes Dankeschön jedenfalls an das Augsburger Seminar, vor allem an seine Leiterin Frau Dr. Susanne Heinz, auf deren Idee und Initiative das Projekt überhaupt zustande kam, sowie an Frau Merk, die den ganzen Weg zu uns auf sich genommen hat, um die Einführungsstunde selber zu übernehmen!

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