Verfasst von: Gerhard Piezinger | 20. Dezember 2021

Wikipedia aktiv mitgestalten

Seit Beginn unseres Projekts ist eine der Perspektiven, das Klassenzimmer nach außen zu öffnen und zu erweitern. Unterricht ist üblicherweise eine Blackbox – heute würde man sagen eine „Bubble“: Nichts dringt nach draußen, keiner kann reinschauen, weder Eltern, andere Lehrkräfte, andere Klassen oder gar Schulleitungen kriegen mit, was da eigentlich täglich passiert.

Umgekehrt ist es übrigens genauso: Die Welt draußen spielt häufig keine Rolle. Im Klassenzimmer regiert die künstliche Welt der Lehrbücher, der auswendig gelernten Formeln und Daten. Manchmal bahnt sich die Lebensrealität ihren Weg in Form von Fotokopien, die – je nach individueller Motivation der Lehrkraft – sicher aktueller und lebensrelevanter sind als das Papierbuch, aber halt doch auch wieder „gefiltert“.

Eine Möglichkeit bietet bereits Google Earth bzw. sein Apple-Pendant Apple Karten, ein Weblog, eine Klassenhomepage, Videokonferenzen, YouTube, Livestreams und viele andere.

Aber auch Wikipedia drängt sich für Fremdsprachenlehrer geradezu auf. Die mit Abstand größte Enzyklopädie der Welt in ihrer englischen, französischen, italienischen oder spanischen Version weisen bei regionalen Informationen über den Chiemgau naturgemäß Informationslücken im Vergleich zur deutschen Version auf. Lücken, die wir Fremdsprachler ausnützen können: Unsere Schüler können ganz ohne Anmeldung Artikel in jeder Sprachversion editieren.

Konkret hat mein Q11-Kurs die englischsprachigen Einträge wie Traunstein, Waging, Ruhpolding, Inzell, Chieming und anderer unter die Lupe genommen und in der Fremdsprache bearbeitet, verbessert, ergänzt oder neu angelegt.

Nachteil dieser Aktivität ist es, dass man diese nur zwei- oder dreimal einsetzen kann, bis dann alle Artikel auf annähernd dem Stand der deutschen Artikel sind. 

Vorteil bis dahin: Die Aufgabenstellung ist sehr nahe an der Lebenswirklichkeit. Englischsprachige Kommunikationspartner werden einen später sicher nicht zur Rolle der englischen Monarchie und Englands sozialer Schichtung, zum American Dream oder den angelsächsischen Regierungssystemen befragen – immer noch Standard in unseren Prüfungen –, sondern wie es eigentlich daheim so ausschaut.


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