Unser Projekt findet langsam Eingang in Fachpublikationen. In der aktuellen „Praxis Fremdsprachenunterricht“ geht es gleich in zwei Artikeln um unsere iPad-Klasse. Das Heft bietet auch darüber hinaus eine Fülle an Gedanken und Anregungen zum Thema Mobile Learning und sei hiermit allen Interessierten für die immer noch ziemlich langen, dunklen Winterabende wärmstens ans Herz gelegt.
Praxis Fremdsprachenunterricht
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Schreib mal wieder
So sieht es aus, wenn man auf dem iPad in Notability schreibt.
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Comic zum Lehrbuchtext
Etwas kreativere Aufgaben rund um Lehrbuchtexte gehören schon seit längerem zum Standardrepertoire der Lehrbuchverlage. Nachspielen, erzählen aus der Sicht einer der Figuren, ein anderes Ende formulieren, all dies mit dem Zweck, dass die Schüler den Text auch im Detail verstehen und zu eigenständiger Sprachproduktion gebracht werden. Die Aufgabe aus dem Englischbuch, Teile der Geschichte als Comic wiederzugeben, haben wir letzte Woche auf den iPads ausgearbeitet.
Die App Rosie Comics Maker schien uns dabei besonders geeignet, weil sie einerseits die Hauptpersonen – ein Mädchen und einen Buben – aus verschiedenen Perspektiven einfügen lässt, andererseits gerade durch die recht beschränkte Auswahl an Hintergründen und Objekten die Schüler zu kreativen Lösungswegen zwingt. Eine Perücke wurde durch Vergrößerung so z.B. zu einem Höhleneingang am Strand, eine Schlange zu einem „steep cliff path“. Und wieder einmal hat sich gezeigt, zu welchen überraschenden Lösungen unsere Schüler imstande sind, wenn man sie nur lässt – ich war begeistert!
Wie fast immer mussten die Arbeitsgruppen (jew. zwei Schüler) ihr Ergebnis natürlich am Beamer vorstellen und sich der Kritik und den Verbesserungsvorschlägen der Mitschüler (und des Lehrers) stellen. Schließlich wurden die Episoden über Moodle eingesammelt und zusammenkopiert, sodass am Ende die komplette Geschichte allen Schülern zur Verfügung steht – all dies Möglichkeiten, die im analogen Unterricht nicht vorstellbar wären.
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Das virtuelle Englisch-Klassenzimmmer
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iPad statt Notebook auch zuhause?
Fragt man Schüler ab der Mittelstufe aufwärts, besitzen mindestens drei Viertel von ihnen einen eigenen Computer, ganz überwiegend Notebooks, nur noch wenige Desktoprechner, und (noch) kaum Tablets. Eltern sind offenbar in ganz großer Mehrheit überzeugt, dass ihren Kindern für die Schularbeit ein eigener Computer von Vorteil ist. Meiner Meinung nach natürlich zurecht, denn auf Präsentationen im Unterricht, den Einsatz von Lernplattformen wie Moodle, das Recherchieren von Informationen, deren Aufbereitung und das anschließende Ausdrucken für die Schule wird in den letzten Jahren immer mehr Wert gelegt.
iPads passen mit ihrer Touchoberfläche zunächst einmal nicht ganz in dieses Anwendungsspektrum. Sie wurden nie mit dem Ziel entwickelt, klassische Notebooks zu ersetzen, der Konsum von digitalen Inhalten stand zunächst im Mittelpunkt, nicht deren Produktion. Allerdings sind in den letzten ein, zwei Jahren die Möglichkeiten der unkomplizierten und ansprechenden Content-Produktion stark gewachsen – Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Fotobearbeitung, Filmschnitt, Musikproduktion, Präsentationen, Drucken, Videostreaming … all dies war noch unvorstellbar, als 2010 das Ur-iPad vorgestellt wurde.
Speziell in Hinblick auf den häuslichen Einsatz für die Schule ist ein iPad durchaus eine vollwertige Alternative zum eigenen Notebook. Hier ein paar Gedanken zu den Möglichkeiten und Schwierigkeiten:
• Textverarbeitung steht wahrscheinlich noch lange im Zentrum der schulischen Arbeit. Für längere Text ist dafür zu Hause unbedingt eine externe Tastatur empfehlenswert, alleine schon wegen der Tabulatortaste, die mit der Bildschirmtastatur nur über ein Kontextmenü erreichbar ist. Solche Tastaturen, per Bluetooth angebunden, gibt es ab etwa 20,- Euro aufwärts. Richtig gut für zu Hause ist natürlich die Apple-Tastatur für 69,- Euro.
Ansonsten bietet Pages auf dem iPad so ziemlich alles, was man als Schüler braucht: Absatzvorlagen, frei verschiebbare Textrahmen, Tabellen und Grafiken, Rechtschreibprüfung in verschiedenen Sprachen, automatisiertes Inhaltsverzeichnis, Mehrspaltensatz, Undo-Funktion usw. Mit zusätzlichen Dokumentvorlagen wird Pages zu einem richtig mächtigen Werkzeug. Und die Sorge um verlorene Textteile, weil das Programm hängen geblieben ist oder die Festplatte/der USB-Stick spinnt, gehört dank permanenter Cloud-Synchronisation der Vergangenheit an. Ich würde keine Sekunde zögern, Pages auf dem iPad auch für größere Projekte wie Seminararbeiten zu empfehlen. Möglicherweise in Verbindung mit so innovativen Ansätzen zur Texterfassung wie Textkraft.
• Drucken. Die nahe liegende Lösung ist auch hier die Cloud. Aus Apples Office-Programmen lassen sich PDFs direkt in Dropbox ablegen. Das PDF kann dann auf dem heimischen Rechner ausgedruckt werden. Aber auch aus anderen druckfähigen Programmen kann auf dem heimischen Drucker gedruckt werden, man braucht dazu nicht mal unbedingt einen AirPrint-fähigen Drucker. Denn hier gibt es inzwischen meist sogar kostenlose Softwarelösungen, um zu Hause im W-LAN Inhalte auszudrucken: Für den Mac Printopia oder handyPrint für Windows-PCs Airprint Activator.
• Präsentationen. Keynote importiert vorhandene PowerPoint-Dateien. Wer einmal mit Keynote eine Präsentation gebastelt hat, wird PowerPoint nie wieder freiwillig benutzen. Einen ganz anderen, nichtlinearen Ansatz verfolgt Prezi, das sich Schüler unbedingt mal anschauen sollten. Eine Präsentationsform wie maßgeschneidert für das iPad mit seiner Touchbedienung. Kurzum: Das iPad ist das perfekte Präsentationsgerät.
Bleibt eigentlich nur das Problem des zur dauerhaften Arbeit doch recht kleinen Bildschirms. Bei komplexeren Layouts oder Tabellen oder dem parallelen Auswerten von Internetquellen und Textabfassung ohne größere Verrenkungen muss man dann halt doch wieder an den Familien-PC ran. Die Frage ist, wie oft das für die schulische Arbeit wirklich erforderlich ist, und ob dieser Nachteil nicht durch die vielen anderen Vorteile aufgewogen wird. Der Kern des Problems ist, dass ein Tablet eben kein Notebook ohne Tastatur ist, sondern ein neuartiges Werkzeug zum Umgang mit digitalen Daten. Angesichts der Entwicklung der Absatzzahlen sicherlich das zukunftsträchtigere.
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Skype-Hype
Am vergangenen Donnerstag, während draußen noch eisige Temperaturen um die zehn Minusgrade herrschten, war unsere iPad-Klasse eifrig am Skypen mit Studierenden der Universität Augsburg. In Kooperation mit dem dortigen Lehrstuhl für Didaktik der englischen Sprache haben wir Schüler-Studenten-Tandems gebildet, die es den Studierenden ermöglichen, von den Schülern zu erfahren, wie der Einsatz der Tablets im Alltag von ihnen erlebt wird und welche Erfahrungen sie mit dem iPad machen. Andererseits sollen die studentischen Partner die Schüler dabei unterstützen, z. B. ihre Medienkompentenz hinsichtlich der Bewertung der Qualität von Internetseiten zu stärken.
Am Anfang dieser Zusammenarbeit stand nun erst einmal das Kennenlernen der jeweiligen Teams und dies erfolgte mittels Skype und wir können sagen, es hat gut funktioniert. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Studentinnen und Studenten haben über eine halbe Stunde lang gechattet und telefoniert, ohne dass – wie im Vorfeld befürchtet – unser Netzwerk in die Knie ging und eine nur mehr stotternde Verbindung möglich war. Dass die Live-Kommunikation via Internet letztlich so problemlos ablief, lag mit Sicherheit auch an den unterschiedlichen Weisen, die für die Unterhaltung gewählt wurden: Ein Teil chattet nämlich, ein anderer telefonierte und die dritte Gruppe nutze den Weg des Videoanrufs, so war die Netzbelastung wohl nicht zu stark.
Die Schüler-Studenten-Tandems haben sich nun kennengelernt und in einem nächsten Schritt wird dann die Zusammenarbeit vertieft werden, wobei jetzt schon klar ist, dass wir hierbei die Kommunikation via Skype stärker einsetzen werden, als dies ursprünglich vorgesehen war. Ideen gibt es da schon einige und wir werden sehen und natürlich auch darüber berichten, was sich letztlich realisieren lässt.

Voll im Skype-Hype – unsere iPad-Klasse beim Kennenlernen ihrer studentischen Partnerinnen & Partner.
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Hört hört
Das Hörverstehen ist Teil des schriftlichen Abiturs in allen Fremdsprachen, dementsprechend sind auch die Lehrwerke inzwischen sehr stark darauf ausgerichtet. Heute habe wir diese Übungsform mal etwas anders angepackt: Nur einmal anhören, dann erarbeitet die Klasse gemeinsam die Musterlösung. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, jedes Detail verstanden zu haben, bei 20 Schülern erheblich größer, als wenn jeder für sich arbeitet.
PrimaryPad bietet für diese Art von kollaborativem Arbeiten genau die richtige Umgebung: Beliebig viele Nutzer schreiben gleichzeitig an einem einzigen Text. Während des Tippens sieht man in Echtzeit, wie die (farblich markierten) Beiträge der anderen entstehen. Man kann letztere dann auch verändern, ergänzen, korrigieren oder löschen:
Für das individuelle Lernen bietet dieses Setting nie da gewesene Vorteile:
• Jeder kann sich entsprechend seiner Stärken in das Gesamtergebnis einbringen.
• Die Diskussion über richtig oder falsch bietet auch mündliche Gesprächsanlässe.
• Es entsteht das Gefühl, gemeinsam etwas erreicht zu haben – wichtig für die Lernatmosphäre in der Gruppe.
• Die Schüler bekommen (wie bei jeder Art von Gruppenarbeit) ständig die Rückmeldung, was ihre Klassenkameraden zu tun imstande sind. Der Einzelne kann sich kontinuierlicher vergleichen und möglicherweise selbst realistischer einschätzen, als dies ein „right“ oder „wrong“ eines Lehrers vermitteln könnte.
• Letztlich ändert sich auch die traditionelle Rolle des Lehrers, der ansonsten aufruft, sich die Lösung vortragen lässt und dann alleine über richtig oder falsch entscheidet.
Natürlich ist diese Herangehensweise nur eine von vielen denkbaren, und alle anderen – auch analogen – haben sicher auch weiterhin ihre Berechtigung. Dass die Digitaltechnik hier aber eine Tür in eine neue Richtung aufstößt zum erneuten Durchdenken von Lernmethoden einlädt, ist unbestreitbar.
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New words
Vor die Durchnahme eines neuen Textes steht die Einführung von neuen Vokabeln. Verzichtet man darauf, kann man mit Schülern kaum sinnvoll einsprachig über den Inhalt diskutieren. Angesichts der Omnipräsenz des Englischen in den Medien wissen gerade in der Mittelstufe allerdings viele Schüler bereits einige der neuen Wörter. Allerdings nicht alle Schüler genau die gleichen Wörter.
Heute haben wir’s mal mit dem iPad probiert. Vorteil dieser selbstständigen Erarbeitung: Durch das Ausschlussverfahren wird das Vorwissen jedes Schülers individuell genutzt. Und: Jeder einzelne muss bei jedem Wort die üblichen – und in Fremdsprachen unerlässlichen – Erschließungsstrategien anwenden, d.h. über Ähnlichkeiten mit anderen Fremdsprachen oder dem Deutschen nachdenken. In einem nächsten Schritt wäre ein typischer Beispielsatz pro Wort sicher wünschenswert, um auch die Erschließung aus dem Kontext zu ermöglichen.
So schaut’s aus
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Warum keine Notebook-Klasse?
Fast schon eine FAQ: Warum arbeitet ihr denn mit iPads? Deren Preis-Leistungs-Verhältnis kommt doch niemals an Netbooks ran, Netbooks können außerdem viel mehr, sie haben eine Tastatur und ein vernünftiges Betriebssystem, es gibt viel mehr Software, sind offener, bieten richtige USB-Anschlüsse etc.
- Der Administrationsaufwand bei den Geräten ist minimal (und gleich null bei Elternfinanzierung), ebenso wie bei der schulischen Infrastruktur: Wo keine Dateien sind, ist auch kein Fileserver nötig. Und wo keine Viren, da keine Schutzsoftware, die ständig im Hintergrund Bandbreite und Rechenleistung zieht.
- Dadurch, dass Tablets flach auf dem Tisch liegen, verschwindet die Barriere der aufgeklappten Monitore zwischen Lehrer und Schüler. Die Arbeitsatmosphäre bleibt „analog“, statt sich wie ein Kommunikationshemmnis anzufühlen. Das Gerät integriert sich nahtlos in die gewohnte Umgebung, es ist ebenso schnell aus- und wieder weggepackt wie ein Buch.
- Software ist konkurrenzlos günstig. Gekaufte Programme aus dem AppStore sind an die Apple-ID gebunden. Da sie somit nicht illegal weitergegeben werden können, müssen ehrliche Käufer die Raubkopierer endlich nicht mehr quersubventionieren, und die Preise sinken. Videoschnittsoftware, die in Funktionsumfang und Bedienerfreundlichkeit etwa mit iMovie mithalten könnte, kostet mindestens das Zehnfache von iMovie (unter fünf Euro). Und ich bezweifle, dass Mittelstufenschüler genügend Idealismus und genügend Frustrationstoleranz aufbringen, die nötig sind, um mit Open-Source-Programmen wie OpenOffice oder Gimp zu auch nur halbwegs ansehnlichen Ergebnissen zu kommen.
- Nur durch die handschriftliche Erledigung von Hausaufgaben auf dem Tablet kann man einigermaßen sicherstellen, dass diese von den Schülern selbst erledigt werden. Hausaufgaben, die eingetippt werden müssen, werden mit ziemlicher Sicherheit von vielen kopiert und eingefügt. Nur sehr wenige Schüler verfügen in dieser Altersstufe über genügend Einsichtsfähigkeit, um zu erkennen, dass sie sich durch Abschreiben langfristig selber schaden.
- Das Touch-Display ist der zweite, gewaltige Sprung in der Computerbedienung seit der Erfindung der Maus und dem damit erst möglich gewordenen Siegeszug der grafischen Benutzeroberfläche. Da Ein- und Ausgabegerät jetzt zusammengewachsen sind, können digitale Inhalte so intuitiv wie nie zuvor genutzt werden. Der Umgang mit Texten fühlt sich auf Tastatur-/Maussystemen z.B. völlig unnatürlich an, wenn man einmal auf einem Tablet durch Bücher geblättert oder längere Texte mit Markierungen oder Anmerkungen versehen hat.
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