Verfasst von: Gerhard Piezinger | 14. November 2012

Warum keine Notebook-Klasse?

Fast schon eine FAQ: Warum arbeitet ihr denn mit iPads? Deren Preis-Leistungs-Verhältnis kommt doch niemals an Netbooks ran, Netbooks können außerdem viel mehr, sie haben eine Tastatur und ein vernünftiges Betriebssystem, es gibt viel mehr Software, sind offener, bieten richtige USB-Anschlüsse etc.

Nun, abgesehen von den offensichtlichen Vorteilen von Tablets bei Gewicht, Akku und Einschaltzeit sprechen beim schulischen Einsatz noch einige andere Dinge für die „aufgeblasenen Handys ohne Telefonfunktion“:
 

  • Der Administrationsaufwand bei den Geräten ist minimal (und gleich null bei Elternfinanzierung), ebenso wie bei der schulischen Infrastruktur: Wo keine Dateien sind, ist auch kein Fileserver nötig. Und wo keine Viren, da keine Schutzsoftware, die ständig im Hintergrund Bandbreite und Rechenleistung zieht.
  • Dadurch, dass Tablets flach auf dem Tisch liegen, verschwindet die Barriere der aufgeklappten Monitore zwischen Lehrer und Schüler. Die Arbeitsatmosphäre bleibt „analog“, statt sich wie ein Kommunikationshemmnis anzufühlen. Das Gerät integriert sich nahtlos in die gewohnte Umgebung, es ist ebenso schnell aus- und wieder weggepackt wie ein Buch.
  • Software ist konkurrenzlos günstig. Gekaufte Programme aus dem AppStore sind an die Apple-ID gebunden. Da sie somit nicht illegal weitergegeben werden können, müssen ehrliche Käufer die Raubkopierer endlich nicht mehr quersubventionieren, und die Preise sinken. Videoschnittsoftware, die in Funktionsumfang und Bedienerfreundlichkeit etwa mit iMovie mithalten könnte, kostet mindestens das Zehnfache von iMovie (unter fünf Euro). Und ich bezweifle, dass Mittelstufenschüler genügend Idealismus und genügend Frustrationstoleranz aufbringen, die nötig sind, um mit Open-Source-Programmen wie OpenOffice oder Gimp zu auch nur halbwegs ansehnlichen Ergebnissen zu kommen.
  • Nur durch die handschriftliche Erledigung von Hausaufgaben auf dem Tablet kann man einigermaßen sicherstellen, dass diese von den Schülern selbst erledigt werden. Hausaufgaben, die eingetippt werden müssen, werden mit ziemlicher Sicherheit von vielen kopiert und eingefügt. Nur sehr wenige Schüler verfügen in dieser Altersstufe über genügend Einsichtsfähigkeit, um zu erkennen, dass sie sich durch Abschreiben langfristig selber schaden.
  • Das Touch-Display ist der zweite, gewaltige Sprung in der Computerbedienung seit der Erfindung der Maus und dem damit erst möglich gewordenen Siegeszug der grafischen Benutzeroberfläche. Da Ein- und Ausgabegerät jetzt zusammengewachsen sind, können digitale Inhalte so intuitiv wie nie zuvor genutzt werden. Der Umgang mit Texten fühlt sich auf Tastatur-/Maussystemen z.B. völlig unnatürlich an, wenn man einmal auf einem Tablet durch Bücher geblättert oder längere Texte mit Markierungen oder Anmerkungen versehen hat.
Natürlich sind Alternativen zu unseren iPads denkbar. Im Schulbetrieb heißen diese Alternativen aber sicher eher Galaxy Note, Acer Iconia oder Microsoft Surface als Thinkpad oder EeePC.

Responses

  1. Die Asus Transformer sind übrigens auch sehr pratisch und relativ günstig, wenn man sie mit iPads vergleicht.


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