Verfasst von: Gerhard Piezinger | 30. Oktober 2012

Die iPad-Klasse aus Lehrersicht

Die enge Zusammenarbeit der Fachlehrer untereinander ist ein wesentliches Element unseres Konzepts. Schließlich betreten wir hier alle miteinander, Lehrer wie Schüler, Neuland. Damit sich nicht jeder einzelne von uns alleine mit den gleichen Fragen zu Technik, Organisation und Einsatzmöglichkeiten herumschlagen muss, haben wir iPad-Lehrer ein virtuelles Lehrerzimmer. Dort beschreiben wir regelmäßig unsere Erfahrungen im Unterricht, diskutieren weitere Möglichkeiten und tauschen uns über interessante Apps aus.

Hier ein paar (namentlich nicht zugeordnete) Eindrücke aus unseren Diskussionen:

Technisch haut alles super hin […]

Das Klassenklima empfinde ich […] als sehr angenehm, …

Außerdem haben die Schüler Versuche gefilmt oder fotografiert und in ihr digitales Heft übernommen. […]

Aber dennoch denke ich, dass das Tablet gerade leistungsschwachen SchülerInnen gesteigerte Motivation bieten und den Lernerfolg verbessern kann! […]

Insgesamt macht das Unterrichten in der iPad-Klasse großen Spaß, […]

Zur Auswertung habe ich dann die Ergebnisse auf den Projektor „geworfen“ und es ergab sich ein sehr interessantes Einstiegsgespräch. […]

Es gehen viele Dinge, die vorher nicht möglich waren. […]

Das hat wunderbar geklappt und somit hatten wir innerhalb von 15 Minuten arbeitsteiliger Gruppenarbeit eine Textzusammenfassung zu einem Schulbuchtext. […]

Notability […] ersetzt das Arbeitsblatt und hat sehr viele Vorteile. Arbeitsblätter können nicht verlorengehen und jeder hat sie – sofern er das iPad dabei hat – dabei. Toll ist auch, dass ich ohne große Kopiererei Texte zum Zusammenfassen bereitstellen, in welchen die Schüler nach Herzenslust ihre Schlüsselwörter markieren können. Dann kann ein Schüler sein iPad mit Apple-TV verbinden und wir schauen uns alle gemeinsam an, was er oder sie für wichtig hält. Das ging vorher noch nie! […]

Der Vorbereitungsaufwand ist allerdings zur Zeit bei mir noch recht groß. […]

In Kombination mit Apple-TV bieten sich so tolle Möglichkeiten der Verbesserung durch die Schüler. Ein paar „Klicks“ und jeder Schüler kann seine Ergebnisse über den Beamer präsentieren. Super! […]

 

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 16. Oktober 2012

Gedanken zu Dateien

Die Abkehr vom Dateisystem hat Apple beim iPad konsequent zu Ende geführt. Der Leitgedanke dahinter ist, dass sich die Nutzer sich bei ihrer Arbeit nicht mit Dateien, sondern Inhalten beschäftigen sollen – der Benutzer steht im Mittelpunkt, nicht die Technik. Und der will nicht mit JPGs, sondern mit Fotos arbeiten. Nicht mit MP3s, sondern mit Musik. Nicht mit Word-Dokumenten, sondern Texten. Dass viele aus Gewohnheit und jahrelanger Erfahrung in Dateikategorien denken, ändert nichts an der Tatsache, dass uns diese durch die Maschinen erst aufgezwungen wurden.

Auf dem iPad verwalten deshalb die Apps ihre Daten selbst, sind von außen betrachtet Teil des Programms, wie seit langem schon z.B. in E-Mail-Programmen – eine E-Mail wurde auch unter Windows nie als Datei begriffen, sondern als Inhalt, der in einem Programm oder Webinterface nutzbar ist. Eine Analogie, die sich inzwischen auf das gesamte Betriebssystem erstreckt – was ist iCloud schon recht viel anderes als ein IMAP-Server für das Betriebssystem einschließlich Anwendungen und Nutzerdaten?
Die Krux für den Einsatz im Klassenzimmer ist dabei allerdings, dass dieser Ansatz auf einen Einzelnutzer mit seinen verschiedenen digitalen Gerätschaften zugeschnitten ist. Das Weiterreichen von Arbeitsergebnissen an andere Apps auf demselben Gerät ermöglicht Apple durch eine standardisierte „In … öffnen“-Schnittstelle, aber ein Austausch mit anderen Nutzern ist z.B. mit Apples Bordmitteln praktisch nicht möglich. Will man Daten aller Art mit anderen teilen oder weiter bearbeiten, wird ein Rückgriff auf Dateien als kleinsten gemeinsamen Nenner unausweichlich.Ex auf dem iPad
Die Lösung, die wir dafür gefunden haben, hat sich diese Woche recht gut bewährt. Den Schülern wurde nach der Herausgabe (auf Papier) der Vordruck der Ex zum Thema indirekte Rede im Englischen als PDF in Moodle zum Download zur Verfügung gestellt. Diese sollten sie zur Verbesserung in Notability öffnen – das sich nebenbei durch seine zwei Ordnerebenen durchaus für die strukturierte Datenablage eignet, z.B. erste Ebene das Unterrichtsfach, zweite Ebene die Lektion/Unterrichtseinheit.
Nach dem (in diesem Falle handschriftlichen) Ausfüllen der Ex speichern die Schüler diese ebenfalls wieder als PDF in die persönliche Dropbox. In der Dropbox-App wird dann der öffentliche Link zur Datei in die Zwischenablage kopiert und dann über ein Moodle-Modul dem Lehrer bereitgestellt, der es seinerseits jetzt in seinem Notability mit dem Rotstift :^) korrigiert und direkt aus Notability per E-Mail an den Schüler zurückschickt. Hört sich vielleicht umständlich an, ist aber nur beim ersten Mal vielleicht ein bisschen vertrackt und geht dann ähnlich zügig wie eine Korrektur auf Papier.
Nur dass für den Unterricht die Lernzeit gewonnen wird, die ansonsten für Einsammeln, Rückgabe und Notizen über Hausaufgabenvergesser drauf geht!
Verfasst von: Gerhard Piezinger | 29. September 2012

Kuddelmoodle

moodle.orgDreh- und Angelpunkt unserer iPad-Klasse ist Moodle. Die Online-Plattform wird an unserer Schule schon seit ein paar Jahren von einigen Kollegen in den verschiedensten Klassen und Kursen genutzt, aber erst unsere iPad-Klasse erlaubt es jetzt, das Potenzial von Moodle in vollem Umfang auszuschöpfen.
Moodle bietet, kurz gesagt, Lehrern und Schülern einen passwortgeschützten und somit vom Rest des Internets völlig abgeschotteten Arbeitsbereich und ist in „Kursräumen“ organisiert.
Zur besseren Übersichtlichkeit haben wir zusätzlich zum allgemeinen Klassenzimmer einen separaten Kursraum pro Fach eingerichtet, sodass sich die einzelnen Fachlehrer nicht allzu sehr ins Gehege kommen sollten.
Hier ein Überblick der Funktionen, die wir bereits nutzen – oder demnächst nutzen wollen:
  • Zentrale, strukturierte Dateiablage z.B. für Arbeitsblätter (PDF), die Schüler beliebig oft ausfüllen, in ihre Dropbox speichen und eventuell per Download-Link dem Lehrer zur Korrektur zurückgeben können. Und das alles i.d.R. handschriftlich.
  • Erleichterung der Klassenorganisation durch Abstimmungen, Kalender für Veranstaltungen, Schulaufgaben etc., Klassenforum (Nachfragen zu Hausaufgaben, Softwarebedienung etc.), Ablage von Elternbriefen u.Ä. Die Wahl der beiden Klassensprecher z.B. war eine Sache von einer Viertelstunde.
  • Die Einbindung interaktiver HotPotatoes-Übungen zur Stoffwiederholung am Ende von Unterrichtseinheiten oder vor Schulaufgaben. Leider funktioniert dies in Safari auf dem iPad noch nicht ganz fehlerfrei, wobei uns auch noch nicht ganz klar ist, ob es an HotPotatoes, Moodle oder Safari liegt, aber ein zukünftiges Update einer der beteiligten Komponenten wird das sicher demnächst einrenken.
  • Das kooperative Erarbeiten von Inhalten in Wikis oder Glossaren, in die auch Bilder integriert werden können – egal ob selber fotografiert, selber gezeichnet oder gemalt oder aus dem Internet.
  • Die Verlinkung von Webseiten oder das Einbinden von Musik, Hörtexten wie Podcasts oder Videos z.B. von YouTube. Ziel ist es, dadurch den Unterricht durch aktuelles und authentisches Material anzureichern.
  • Die Bewertung einzelner Schülerbeiträge auf einer frei definierbaren Skala, in unserem Falle wohl von 1-6, als Unterrichtsbeitragsnote.
Für den Verlauf dieses Schuljahres wurde kürzlich das Update unseres Moodle auf Version 2.x angekündigt, was uns sicher einige Dinge weiter erleichtern wird.
Hier ein Beispiel für eine Umfrage im Fach Deutsch zum Einstieg in eine Unterrichtseinheit zum Thema Musik, zum Vergrößern bitte klicken:
Verfasst von: Gerhard Piezinger | 19. September 2012

Wir können auch anders

Wir sind wieder da. Zwei volle Tage haben wir (fast) völlig ohne digitale Gerätschaften in Berchtesgaden verbracht. Im Zentrum der Gemeinschaftstage standen das gegenseitige Kennenlernen, gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Klassenzimmers und vor allem im Hochseilgarten das Kennenlernen unserer Grenzen. Nur digital geht es schließlich auch nicht.

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 13. September 2012

Geht doch!

Es ist soweit, nach Wochen und Monaten der Vorbereitung läuft hier der Laden. Anfängliche Befürchtungen, ob der Datendurchsatz der Internetverbindung und des W-LAN-Routers der Aktivität von 21 Schülern wirklich gewachsen ist, erwiesen sich zumindest bei den ersten Arbeiten mit Moodle als unbegründet. Hier unsere technische Ausstattung: Ein Deckenbeamer, Lautsprecher, ein handelsüblicher W-LAN-Router und ein Apple TV. Letzteres erlaubt es dem Lehrer (und jedem Schüler), den Bildschirminhalt seines iPads auf den Beamer zu projizieren, ganz ohne lästige Kabel – wirklich sehr praxistauglich.

Ein erster großer Schritt ist also gemacht, die Technik funktioniert, die Klasse macht einen sehr guten Eindruck – jetzt ran an die Arbeit!

Verfasst von: Gerhard Piezinger | 11. Mai 2012

Der Countdown läuft

Am 13. September ist es soweit: Die erste und unseres Wissens einzige iPad-Klasse in ganz Südbayern geht an den Start!

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