Verfasst von: Gerhard Piezinger | 4. Juli 2020

Teams und mebis: Ergänzen statt ersetzen

Mitte März: Die Schulen werden geschlossen. Ohne Vorwarnung. Digitaler Fernunterricht von heute auf morgen. 1,2 Millionen Schüler/innen und 95.000 Kolleg/innen in 55.000 Klassen in 4.500 bayerischen Schulen wurden mit wenigen Ausnahmen ins kalte Wasser geworfen. Kein Wunder, dass unsere offizielle Lernplattform mebis unter dem Ansturm schon am ersten Tag in die Knie ging und mehrere Wochen nur phasenweise und somit kaum sinnvoll nutzbar war.

Das Kultusministerium gab in dieser schwierigen Situation überraschenderweise unverzüglich die Nutzung von Microsoft 365 (damals Office 365) für staatliche Schulen frei. In den Augen vieler Kollegen ein längst überfälliger Schritt, den die meisten anderen europäischen Länder längst vollzogen hatten.

Natürlich standen viele Lehrer/innen, die eine ernsthafte Integration digitaler Medien in den Präsenzunterricht oder unterrichtsbegleitend bisher jahrelang vor sich her geschoben hatten, jetzt erst einmal vor der Wahl, sich in die eine oder die andere Plattform einzuarbeiten.

Die Funktionalitäten von Teams und mebis überschneiden sich tatsächlich in gewissen Punkten, in vielen anderen aber kann keine der beiden die andere wirklich ersetzen, wenn man im digitalen Unterricht eine möglichst große Auswahl an Methoden und Möglichkeiten nutzen will.

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Unschlagbar ist Teams bei der Kommunikation innerhalb von Lerngruppen, die in Videokonferenzen, Einzel- und Gruppenchats in Echtzeit erfolgen kann. Das liegt im Wesentlichen daran, dass Teams eine App und mebis nur eine Webplattform ist. Teams ist in seiner Funktionalität schon sehr nahe an Messengerdiensten wie WhatsApp und somit unseren Schülern völlig geläufig. mebis, das Kommunikation nur über E-Mail abbilden kann, ist da hoffnungslos unterlegen. Die Integration der Videokonferenz-Software BigBlueButton in mebis, über die es bislang nur vage Gerüchte gibt, wäre natürlich ein gewaltiger Schritt nach vorne.

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Ähnlich ist es mit dem Austeilen, Einsammeln, Korrigieren und Zurückschicken von schriftlichen Arbeitsaufträgen. In Kombination mit OneNote-Kursnotizbüchern erreicht Teams eine Effizienz, die meines Wissens von keiner anderen Plattform geboten wird. Es entfällt jedes Dateihandling, jedes „Abgeben“, „Einsammeln“ oder „Austeilen“, es wird einfach nur gearbeitet.

Ein sehr vielversprechender Ansatz findet sich dazu auch auf mebis (Aktivität „Aufgabe“), die ebenfalls den Umgang mit Dateien überflüssig macht und die handschriftliche Korrektur von PDFs erlaubt. Durch die Beschränkung der Bedienung der Weboberfläche im Browser erreicht diese Funktion allerdings bei Weitem nicht die Eleganz der MS365-Lösung.

Gleichstand in Sachen Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit erreichen beide Plattformen bei den zur Verfügung stehenden Kalendern, der Einrichtung und Verwaltung getrennter Gruppen und bei der Nutzung von Foren. Wobei die „Foren“ von Teams eher mit WhatsApp-Gruppen vergleichbar sind, also kaum eine komplexere Struktur zulassen. Da hat mebis mit seiner Webforen-typischen Darstellung die Nase vorn. Der größte Vorteil von mebis ist hier sicherlich, dass sich Beiträge bearbeiten/korrigieren und vom Lehrer löschen lassen.

Bei Teams ist überhaupt die Arbeit im Wesentlichen chronologisch strukturiert. Die Aufgliederung in Kanäle zu bestimmten Einzelthemen ist ein kleiner Ansatz zur Ordnung nach thematischen und inhaltlichen Kriterien, erreicht aber bei Weitem nicht das Niveau eines echten LMS (Learning Management System). Für die Ablage von Dateien gibt es nur die Auswahl zwischen einem Anhang im Chat oder in einem etwas angestaubt wirkenden klassischen Dateisystem mit Verzeichnissen und Unterverzeichnissen, was 2020 sehr enttäuschend ist: Keine Zwischenüberschriften zur Strukturierung, keine Informationen zur Datei außer dem Dateinamen, keine Möglichkeit zur mehrmaligen Verknüpfung  an anderen Stellen.

Der größte Vorteil von mebis ist die Integration von interaktiven Elementen. Wikis, Tests, interaktive Übungen mit H5P, Glossare, Abstimmungen – all diese zentralen Möglichkeiten von digitalem Lernen sind auch durch extensive Verlinkungen auf Angebote im Web nicht zu organisieren. Ein Beispiel für das strukturierte Zusammenspiel all dieser Aktivitäten habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben.

 

Natürlich hat so eine Gegenüberstellung etwas von Äpfel und Birnen: Teams hat seine Wurzeln in der Koordinierung von Projekten in großen Unternehmen und Organisationen. mebis ist eine Lernplattform, maßgeschneidert für die Begleitung des Präsenzunterrichts. Reinen Fernunterricht können beide notwendigerweise nicht zu 100 Prozent abdecken. Mein Traum wäre eine vollwertige mebis-App, die auch Systemfunktionen wie Handschriftunterstützung, das Teilen zwischen Apps und die Mitteilungsfunktion nutzen kann.

Die Kernanforderungen – (Echtzeit-)Kommunikation einerseits, Struktur und Interaktivität andererseits, das ist in der aktuellen Situation nur in einer Kombination aus beiden zu erreichen.


Responses

  1. Guter Artikel! Haben Sie denn einen Tipp, wenn man in die Arbeit mit Teams einsteigt, wo man sich über die Anwendung im Unterricht zielführend informieren kann (oder muss man hier wieder mit viel Zeit selber alles ausprobieren?). Danke I.Thomas

    • Bei uns hat die Einrichtung ein externer Dienstleister übernommen. Die Bedienung ist ziemlich selbsterklärend. Der Einsatz im Unterricht zu individuell, als man das von anderen lernen wollte. 👍

  2. Danke.

  3. Man hat bei Teams nicht die Wahl zwischen Dateiablage in „einem veralteten Dateisystem“ oder dem Anhängen einer Datei im Chat. Immer wenn man eine Datei als Anhang im Chat beifügt, dann landet diese automatisch in der dazugehörigen Dateiablage. Im Chat ist diese dann nur verlinkt. Und: Man kann sehr wohl die Dateien in der Dateiablage mehrfach innerhalb desselben Teams mit der Teilungsfunktion verlinken.

    • Was nichts an der Feststellung ändert, dass diese Art der Dateiablage ein bisschen nach der Jahrtausendwende müffelt. 😬

  4. Mebis ist schulübergreifend nutzbar, Teams nicht. Mediatheken und Youtube sind über mebis werbefrei abrufbar.

  5. MS Teams ist nicht rechtskonform einsetzbar (Berliner Datenschutzbeauftragte). Macht euch nicht von diesen Konzernen abhängig, irgendwann stellen die auf Bezahlen um, vorher vermessen sie die Teilnehmer.

    • Ich verlasse mich da ganz naiv auf meinen Dienstherren. Was anderes bleibt einem kleinen Beamten, der nur seine Schüler und seinen Unterricht im Auge hat, nicht übrig.

  6. Toller Artikel – vielen Dank! Ich bin auch unbedingt für eine Kombination aus beiden Tools!! Wer hört uns?

  7. Super Artikel, Gerhard. Schöne Grüße von deinem Eichstätter Studienkollegen, Nick

  8. Tja, ich als Computerlaie kann nicht alles so teilen, wie es hier beschrieben wurde. Nach einer halbwegs erfolgreichen Einführung über einen ganzen Tag in Mebis brach dann genau zu dem Zeitpunkt als ich so richtig loslegen wollte, alles zusammen. Ich hatte (und habe) deshalb mit Mebis abgeschlossen.
    Nun arbeitete ich mit großem Erfolg über fünf Monate mit TEAMS, vieles erklärte sich hier intuitiv, hinzu kamen tolle YouTube Anleitungen und abgesehen von den üblichen Anfeindungen Microsoft gegenüber konnte sich auch niemand aus unserem Kollegium beklagen.
    Soll ich jetzt tatsächlich zum viel umständlicheren Mebis ‚zurück‘-schauen und mich um irgendwelche ‚Kombinationen‘ zwischen beiden Plattformen bemühen? Das alles kostet immens Lebenszeit. Da bleibe ich lieber „einseitig“ bei TEAMS und didaktisiere hierfür meine Unterrichtsmaterialien! Schade bloß für die Mebis-Entwickler, denn eins spüre ich schon: In Mebis steckt viel Liebe und Engagement!

    • Ich möchte mich nun doch einmal zum Thema mebis zu Wort melden.
      Hier ein Vergleich, der „nicht so digital affinen“ Kolleginnen und Kollegen einmal aufzeigen soll, was das mebis-Team im März geleistet hat. Dafür wähle ich ein vergleichbares Szenario, dessen Thema uns aber möglicherweise näher liegt.
      Stellen wir uns eine kleine überschaubare Schule mit nur einhundert Schülern und 10 Lehrern vor, die durchaus darauf ausgelegt ist, in Zukunft zu wachsen – das bedeutet, die Grundstücke rings herum sind gekauft und der Bauantrag ist vorbereitet – zumindest für die nächste Erweiterung. Sie sind Schulleiter und bekommen am Freitag einen Anruf, dass am Montag nicht nur eintausend Schüler kommen werden, sondern Sie diese auch noch deutlich länger in der Schule betreuen müssen (auch hier wäre von einem Faktor 10 auszugehen, der lässt sich aber in diesem Beispiel schlecht abbilden – es reicht dennoch)
      Ihnen werden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, die ausreichen.
      Was würden die helfen? So schnell bekommen Sie das nicht hin – aber genau das hat das Team von mebis als Aufgabe bekommen. Nur, dass der Datenandrang bereits am Donnerstag abend begann – ohne Vorwarnung. Da hatte Söder für Freitag eine Aussage angekündigt und viele wussten, was gemeint war.
      Das Team von mebis hatte zudem auch noch mit massiver Sabotage fertig zu werden, gab es doch Schüler, die meinten, wenn sie mit vereinten Kräften arbeiten, können sie mebis lahmlegen.
      Und was soll ich sagen – eine Woche lang war mebis wirklich holprig, aber schon nach dieser einen Woche läuft es so stabil, dass ich praktisch zu jeder Zeit einen Zugang bekomme, der stabil steht. Manchmal musste ich mich zweimal anmelden – das war es aber auch schon. Und es wird immer besser.
      Ich finde, damit hat das Team von mebis nicht nur bewiesen, mit wie viel Herzblut sie bei der Sache sind, sondern auch, dass wir noch große Dinge erwarten dürfen.
      Es ist doch mittlerweile schon deutlich mehr als ein Gerücht, dass es zusätzliche Lösungen für Kommunikation und Kollaboration geben wird – wenn nicht auf mebis, dann auf der angekündigten BayernCloud. Damit könnte sich Bayern schon wieder unabhängig von Unternehmen machen. Und wir könnten die tolle Struktur der mebis-Kurse noch länger nutzen.

      Fazit: MEBIS ist VIEL BESSER als sein Ruf.
      Es lohnt sich! So schwierig ist die Handhabung nicht. Wir haben alle ein Universitätsstudium hinter uns und und wollen dann an der Handhabung einer Lernplattform scheitern? Das will ich nicht glauben.

  9. Vielen Dank für den Kommentar. Ja, ich kenn diese Haltung aus dem Kollegium. Sie trifft wohl sogar auf die Mehrheit unserer Zunft zu. Und nicht zu unrecht, sie ist die logische Konsequenz aus den Erfahrungen.

    Zur Ehrenrettung von mebis kann ich nur sagen:

    • Kein anderer Webdienst war bis Anfang/Mitte April sinnvoll erreichbar: learningapps, Klett-Verlag, Kahoot (eigene Erfahrung). Nur die beiden großen Player Microsoft und Google mit Teams/OneNote und Google Classroom. Die beiden Giganten haben auch bei weltweiten Schulschließungen eine genügend performante Serverinfrastruktur. Ohne Teams hätten die Schüler bei uns fast nichts gelernt. Das ist mir in dieser Situation auch wichtiger als Datenschutzbedenken, denn dafür werde ich bezahlt.

    • mebis war nie auf den gleichzeitigen Zugriff von zehntausenden von Schülern ausgelegt. Das wäre im Normalbetrieb auch völlig überdimensioniert und zu teuer gewesen.

    • Wie im Artikel beschrieben ist Teams keine Lernplattform, sondern ein Kommunikations- und Austauschmodul. Äpfel und Birnen. (Sorry für diese Plattitüde)

    • „Nutzerfreundlichkeit“ ist immer der Gegenpol zu Funktionsumfang. Dafür gehen die Schüler mit einem System um, das an der Mehrzahl der Unis auch verwendet wird. Teams bietet Messaging, Videokonferenzen und ein rudimentäres Dateihandling, nicht viel mehr (siehe Artikel).

    • Auch für mebis gibt es tolle Anleitungen. Die halt nix helfen, wenn der Dienst nicht erreichbar ist, schon klar.

    • Ja, eine Kombination von beiden ist mE solange sicher die optimale Lösung, bis mebis als App bereitsteht. Kostet Lebenszeit, schon klar. Langsam und einen kleinen Schritt nach dem anderen, das dürfte dann schon gehen. Pressiert nix.

    • Teams wird möglicherweise im nächsten Jahr wieder abgeschafft, mebis bleibt. Siehe Lebenszeit-Argument. (Was übrigens in der aktuellen Situation eine Katastrophe für die Motivation von Kollegen wie dich wäre und den digitalen Unterricht um Jahre zurückwerfen würde …)

    • Im Augenblick könnte ich in meinem Workflow auf Teams/OneNote-Kursnotizbuch auch nicht verzichten. Wenn mebis als App verfügbar ist, Handschrift unterstützt und Messenger und Videokonferenz bietet, dann kann ich wieder so arbeiten, wie ich mir das im Interesse meiner Schüler vorstelle. Den Rest des Office-Krams habe ich noch nie benutzt, ist auf Tablets mE komplett verzichtbar.

    • Wie „digitalisiert“ man „Unterrichtsmaterialien“? Welches Fach? Bis auf statisches PDF und Kanäle als (unübersichtliche) Foren fällt mir in Teams da nicht viel ein.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, der mir wie immer auch selber die Möglichkeit bietet, meine eigenen Gedanken und Arbeitsweisen zu reflektieren und zu aktualisieren! Vielleicht tragen sie ja dazu bei, den Entschluss, mebis endgültig den Rücken zu kehren, nochmals zu überdenken.

  10. Toller Artikel, vielen Dank.
    Ich bevorzuge dennoch die Arbeit mit Office365, schon aus dem Grund, weil die SchülerInnen sich so zwangsläufig mit den Office – Anwendungen beschäftigen und „ganz nebenbei“ Informatikunterricht bekommen. Das von dir als „nach Jahrtausendwende müffelnde Dateistruktur“ bezeichnete Dateienmanagement basiert auf OneDrive for Business bzw. SharePoint und ist enorm komplex, aber zukunftsorientiert. Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Ich glaube hier bist du einfach noch nicht „tief genug“ in der Materie. Hat eine Lehrkraft ihre Arbeitsmaterialien erstmal in der OneDrive – Architektur eingepflegt, ist das Verlinken bzw. „Austeilen“ ein Kinderspiel – hierzu bietet sich im Übrigen auch OneNote an, du erwähnst das ja auch im Artikel. Ich denke OneNote als „Learning Management System“ (wenn man es denn als solches bezeichnen kann) hat hier generell übrigens die Nase vorn – die von dir gewünschte Strukturierung mit Unterüberschriften usw. ist dort vorhanden, ebenso eine native Einbindung diverser Inhalte, z.B. Mathematikfunktion.

    Zum Punkt der „Einrichtung“ muss ich fragen, was genau hier gemeint ist. Hat eine Schule im Active Directory die Schülerdatenbank ordentlich angelegt, ist die Einrichtung von Kursen extrem einfach (analog zu mebis also, wo die Kennungen der SchülerInnen ja auch zunächst mal angelegt werden müssen).
    Falls du die Einrichtung von „Foren“ meinst: Wird bei Teams eine „Unterhaltung“ gestartet und entsprechend formatiert (z.B. mit Betreff oder als Ankündigung), entspricht das Unterhaltungsdesign zu 100% dem Design eines Threads in einem Forum, mit der Ausnahme dass man nicht auf eine neue Seite klicken muss um zur Unterhaltung zu gelangen. Mal ganz abgesehen davon dass „Foren“ leider die 90s – Variante der Internetkommunikation sind und dementsprechend wenig reizvoll für Jugendliche. Die Unterteilung in Kanäle hattest du erwähnt.

    Ich will dir aber nicht in allen Punkten widersprechen: Manches kann mebis auch und einiges vielleicht sogar besser als Microsoft 365. Vor allem bei h5p MUSS Microsoft noch nachlegen, hier kann bei Teams bisher nur verlinkt, nicht aber eingebettet werden.
    Die Features, die bei mebis fehlen (vollwertige App, Echtzeit-Kommunikation, Einbinden von GIFs, Emojis usw.), ganz abgesehen von dem schrecklichen orangenen Design und der wenig intuitiven Bedienbarkeit sind allerdings so schwerwiegend, dass mebis bis auf Weiteres bei den SchülerInnen kein beliebtes Tool werden wird. Vielleicht ein doofer Spruch, aber in der Lebenswirlichkeit der SchülerInnen zu 100% wahr: „What doesn´t work on mobile doesn´t work.“
    Und damit sind wir beim zentralen Punkt: Die LehrerInnen haben ein Hochschulstudium hinter sich. Wenn ich aber ein Hochschulstudium brauche, um eine Lern- oder Kommmunikationsplattform bedienen zu können oder zu wollen, dann ist das doch ein Zeichen dafür, dass es für die SchülerInnen wenig geeignet ist.
    Klar kann man die SchülerInnen zur Nutzung der Plattform „erziehen“, aber muss das wirklich sein?

    Ein anderes Thema und ein gewichtiger Punkt ist natürlich die Unabhängigkeit von kommerziellen Plattformen. Microsoft will, ja muss Gewinne erzielen. Dieses kommerzielle Interesse ist kritisch zu betrachten. Ohne Zweifel werden die NutzerInnen an die Plattform gebunden, darauf sind cloudbasierte Abo-Modelle ausgelegt. Die Frage, die sich für mich aber stellt ist: Solange das Produkt zu einem vernünftigen Preis (aktuell: kostenlos) angeboten wird und ordentlich funktioniert, warum sollte man es dann nicht nutzen? Oder um in der metaphorischen Sprache meiner Vorrednerin zu bleiben: Wenn mir kostenlos 1000 stabile Fertighäuser angeboten werden, muss ich dann wirklich in jahrelanger Arbeit versuchen, diese Häuser selbst zusammenzuzimmern? Ja, einerseits RESPEKT an das mebis – Team für den verhältnismäßig schnellen Ausbau der Kapazitäten, andererseits: Die Bausteine, die hier verwendet werden (Big Blue Button, moodle, h5p etc.) sind ja jetzt auch bei weitem keine bayerische Erfindung. Und wenn ich heute auf der Plattform unterwegs bin, hakt es an allen Ecken und Enden, die Ladezeiten sind unfassbar nervig.

    Letzten Endes fände ich es nur fair, wenn die Lehrkräfte selbstständig wählen könnten, welche Plattform sie verwenden möchten. Und in diesem Punkt sind wir uns dann doch wieder einig: Ergänzen statt ersetzen!

  11. Lieber rumzuuch,

    Vielen Dank für deine ausführlichen Gedanken – so ein Austausch bringt uns alle weiter.

    „Ich bevorzuge dennoch die Arbeit mit Office365, schon aus dem Grund, weil die SchülerInnen sich so zwangsläufig mit den Office – Anwendungen beschäftigen und „ganz nebenbei“ Informatikunterricht bekommen.“

    Informatik als die „Wissenschaft von der systematischen Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen“ (Wikipedia) ist das sicher nicht. Bestenfalls grundlegender Umgang mit Standardsoftware. Ich bin da eher ein Verfechter von Konzept- statt Bedienwissen. Wenn ich weiß, was eine Absatzvorlage ist, finde ich die in Word, Pages oder LibreOffice, aber das ist eine andere Diskussion.

    „Das von dir als „nach Jahrtausendwende müffelnde Dateistruktur“ bezeichnete Dateienmanagement basiert auf OneDrive for Business bzw. SharePoint und ist enorm komplex, aber zukunftsorientiert. Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Ich glaube hier bist du einfach noch nicht „tief genug“ in der Materie.“

    Diese Kritik akzeptiere und bestätige ich voll und ganz. Als Wald-und-Wiesen-Fachlehrer an einer Schule in der oberbayerischen Provinz habe ich tatsächlich keine Ahnung von dem ganzen technischen Hintergrund. Ich sehe halt die Oberfläche in Teams im Alltag, die kommt mir im Vergleich zu mebis in den Strukturierungsmöglichkeiten halt eher unflexibel vor. Mit OneNote schaut es tatsächlich anders aus, dort hat man eine totale Gestaltungsfreiheit. Seite in die Inhaltsbibliothek oder austeilen, sehr cool. Es ist trotzdem kein LMS, siehe Artikel.

    Allerdings stören mich die Adjektive „komplex“ und „zukunftsorientiert“. Wenn das System komplex ist, scheint mir der Lernaufwand für digital eher unbedarfte Kollegen nicht weniger hoch zu sein als bei mebis. Und was die Zukunft betrifft, sind Aussagen darüber generell schwierig. Dass Moodle als das meistgenutzte LMS an Schulen, Unis und Lehranstalten weltweit als OSS weniger zukunftsfähig ist als kommerzielle Software, würde ich nicht behaupten.

    “ … ebenso eine native Einbindung diverser Inhalte, z.B. Mathematikfunktion.“

    mebis unterstützt die TeX-Notation. Ist das gemeint?

    „Zum Punkt der „Einrichtung“ muss ich fragen, was genau hier gemeint ist. Hat eine Schule im Active Directory die Schülerdatenbank ordentlich angelegt, ist die Einrichtung von Kursen extrem einfach (analog zu mebis also, wo die Kennungen der SchülerInnen ja auch zunächst mal angelegt werden müssen).“

    Ich meine, dass mebis die Nutzer direkt aus der ASV-Datenbank importiert, die eh jede Schule führt.

    Aber stimmt, über den Umweg OSS – wie bei uns – geht das auch automatisiert in die MS-Umgebung.

    „Mal ganz abgesehen davon dass „Foren“ leider die 90s – Variante der Internetkommunikation sind und dementsprechend wenig reizvoll für Jugendliche.“

    Reizvoll oder nicht – in diesem Fall müssen sie halt, weil ich das Format für unersetzlich halte. Ist halt so™️.

    „… ganz abgesehen von dem schrecklichen orangenen Design …“

    Jetzt wird’s aber subjektiv. Das Orange ist mit dem letzten Update übrigens komplett verschwunden. Schade, ich fand’s schick … :^)

    “ … und der wenig intuitiven Bedienbarkeit sind allerdings so schwerwiegend, dass mebis bis auf Weiteres bei den SchülerInnen kein beliebtes Tool werden wird.“

    Aus Schülersicht ist mebis sogar sehr intuitiv. Einloggen, auf den Kursraum klicken/tippen, fertig.

    Und wird je ein Tool, das die Schule verwendet, „beliebt“ sein?

    Aus Lehrersicht hast du eher recht.

    „Und damit sind wir beim zentralen Punkt: Die LehrerInnen haben ein Hochschulstudium hinter sich. Wenn ich aber ein Hochschulstudium brauche, um eine Lern- oder Kommmunikationsplattform bedienen zu können oder zu wollen, dann ist das doch ein Zeichen dafür, dass es für die SchülerInnen wenig geeignet ist.“

    Kritikpunkt abgelehnt. Die Bedienung erfordert sicher kein Hochschulstudium, nur ein paar Stunden Zeit, den Willen, sich ein paar Anleitungen reinzuziehen und vielleichte eine gewisse Experimentierfreudigkeit mit seinen Klassen. Studierte Leute sind zu einer gewissen Abstraktionsleistung in der Lage.

    Warum sollte es für Schüler wenig geeignet sind, weil Teile des Kollegiums hinter der Schutzbehauptung „Nutzerunfreundlich“ nicht bereit sind, zumindest mal kleine Schritte zu unternehmen?

    „Klar kann man die SchülerInnen zur Nutzung der Plattform „erziehen“, aber muss das wirklich sein?“

    „Erziehen“ ist ein großes Wort. Ja, man kann sogar auch von unter 10-Jährigen erwarten, dass sie sich einloggen, auf ihren Kursraum klicken und schauen, was da steht.

    „… Wenn mir kostenlos 1000 stabile Fertighäuser angeboten werden, muss ich dann wirklich in jahrelanger Arbeit versuchen, diese Häuser selbst zusammenzuzimmern?“

    Wir zimmern ja nicht selbst, das macht mebis zentral für Bayern. Was ist, wenn wir statt der 1000 Fertighäuser aber Büros brauchen? Die MS-Infrastruktur ist für die jetzige Situation enorm hilfreich, kann aber kein LMS ersetzen, siehe Artikel.

    „Und wenn ich heute auf der Plattform unterwegs bin, hakt es an allen Ecken und Enden, die Ladezeiten sind unfassbar nervig.“

    Einfach mal wieder probieren, hier an der 100er Leitung und den 200+ in der Schule kann ich mich über die „Schwuppdizität“ nicht beklagen.

    „Letzten Endes fände ich es nur fair, wenn die Lehrkräfte selbstständig wählen könnten, welche Plattform sie verwenden möchten.“

    Können sie doch eh. Oder mit einem selbstgehosteten Moodle, WebDAV, Jitsi oder was auch immer. Oder mit ganz anderen Apps und/oder Webdiensten. Eine Einengung auf eine Plattform würde ganz viel wieder kaputtmachen, was sich in den letzten Monaten in den Kollegien so aufgebaut hat.

  12. Hi Gerhard,
    danke für deine rasche und ausführliche Antwort.
    Dein Blog ist übrigens wirklich toll, ich habe gestern noch etwas gestöbert und super Anregungen und konkrete Beispiele gefunden!
    Ich möchte mich zu einigen Punkten äußern:

    a) Informatikunterricht:
    Das ist etwas, was ich noch nie begriffen habe, aber vll. widerstrebt das meiner Art und Weise zu lernen: Im Schulunterricht (speziell: Informatik) ging es immer von der Theorie zur Praxis. Erst musste man elendig langweilige Vorträge über Absätze, Textbausteine und Objekte ertragen, ehe man ausprobieren konnte. Ich mache das halt andersrum: Ausprobieren, Fertigkeiten aneignen und dann abstrahieren. Ich denke, diese Herangehensweise wird zu häufig ignoriert. Hier sehe ich einfach große Chancen bei M365: Die SchülerInnen kommen zwangsläufig in Kontakt mit Word, PowerPoint, Excel, OneNote. All diese Programme können intuitiv eingebunden werden und entsprechen den Standards in der Informationsverarbeitung heutzutage. Und wer es weiter treiben möchte, kann sich in PowerApps austoben.
    Aber ja, du hast Recht, dass das bewusst angesteuert werden muss, um dem Lehrplan des Informatikunterrichts gerecht zu werden. Man ist noch längst kein Informatiker, weil man mal mit MS Teams gearbeitet hat. Ich korrigiere meine Aussage dahingehend:

    „Ganz nebenbei“ lernen die SuS mithilfe von M365, wie sie mit dem PC umgehen, ihre Dateien strukturieren, zielgerichtet zusammenarbeiten (bspw. OneNote Platz zur Zusammenarbeit), kreativ arbeiten (Bsp. sway, PowerPoint) UND miteinander und mit „Respektspersonen“ im digitalen Raum kommunizieren.
    Und da sind wir schon beim nächsten Punkt:

    b) Nutzerfreundlichkeit und „Nutzen – Wollen“

    Zu deiner Aussage:
    „Und wird je ein Tool, das die Schule verwendet, „beliebt“ sein?“
    JA! Microsoft Teams und OneNote waren es, und zwar schon nach zwei Wochen. Ich habe mit meinen Neuntklässlern damit gearbeitet, diese waren von mebis (das sie auch schon vor Corona nutzten) genervt, das machten sie unmissverständlich klar.
    Sicher kennst du auch dieses Video:
    https://www.youtube.com/watch?v=RRkfO2zV5mU (wahrscheinlich entkräftet das aber alle bisher ausgeführten Argumente, soll auch mehr der Unterhaltung und Auflockerung der Diskussion dienen).
    Wie dem auch sei, ich hatte am Ende des Schuljahres Schüler, die mit ihrem Laptop/Tablet im Präsenzunterricht saßen, Arbeitsblätter, die ich austeilte, direkt in OneNote einscannten und so „papierlos“ arbeiteten. Und ich konnte nicht feststellen, dass sie durch die Nutzung der Geräte abgelenkter gewesen wären, eher im Gegenteil.
    Das war NICHT die Mehrheit. Aber es zeigte sich eine Tendenz, dass Schüler ihre Materialien (besser) digital verwalteten und gerne am PC für die Schule arbeiteten.
    Ich bezweifle stark, dass das nur durch den Einsatz von mebis möglich gewesen wäre. Aber klar, je mehr man mit einer Plattform arbeitet (und sei es gezwungenermaßen), desto mehr Akzeptanz kann sich entwickeln.

    c) Ladezeiten bei mebis: Ich habe hier eine 1000 Mbit/s Leitung, daran kann es also nicht liegen. Trotz WLan kommen noch ca. 300 mbit/s durch. Ich war eben erst auf der Plattform unterwegs, die Ladezeiten sind definitiv lästig, vielleicht sind wir da unterschiedliches gewohnt und vielleicht ändert sich das auch wieder. Was mich allerdings schon stört: Ich kann mir keine mebis – Software herunterladen. Weder als wirklich voll funktionsfähige App (die moodle – App hat leider große Einschränkungen), noch als Software für den PC. Die Arbeit aus dem Browser heraus empfinde ich teils als Beeinträchtigung, aber das ist wohl recht subjektiv (ähnlich wie beim Design 😉 ).
    Ganz persönlich, weil ich da noch relativ nah dran bin: Wir hatten auch für die Uni ein LMS (ich glaube basierend auf moodle).
    Ich habe das NIE gerne genutzt, auch wenn ich 5 Jahre lang darauf angewiesen war. Speziell für die Arbeit in der Uni wäre M365 eine riesen Bereicherung gewesen, wenn z.B. gemeinsam an Vorträgen gearbeitet werden muss. Das hat man am Ende halt dann doch wieder mit dem privaten Office-Account gemacht.

    d) Ich will außerdem nochmal auf einen Punkt in deinem Artikel eingehen:
    Du schreibst:
    „Der größte Vorteil von mebis ist die Integration von interaktiven Elementen. Wikis, Tests, interaktive Übungen mit H5P, Glossare, Abstimmungen – all diese zentralen Möglichkeiten von digitalem Lernen sind auch durch extensive Verlinkungen auf Angebote im Web nicht zu organisieren. Ein Beispiel für das strukturierte Zusammenspiel all dieser Aktivitäten habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben.“

    Hier muss ich vehement widersprechen:
    WIKIS können sehr komfortabel in Teams erstellt und gemeinsam bearbeitet werden (über die Registerkarten). Außerdem können DIVERSE andere Inhalte über die Registerkarten eingebunden werden (ja, das sind zum Teil externe Apps und Dienste, aber die Darstellung ist in den meisten Fällen einwandfrei!). Ich habe so bspw. quizlet zum Vokabel-Lernen eingebunden, das war optimal.
    Bei Tests hat mebis mit h5p die Nase vorn. Microsoft arbeitet aber an der Einbindung von h5p in OneNote (und damit vermutlich auch in Teams).
    Ich habe trotzdem schon einige Tests (Hörverstehen z.B.) in Forms erstellt, das hat a) super geklappt und b) die Auswertung mit Diagrammen ist einfach der Hammer!

    Aber ich gebe dir Recht: h5p – Niveau erreicht Forms (noch) nicht, gerade für „Fill the Gaps“ oder „Zuordnungsaufgaben“. Ganz abgesehen davon: Auch in mebis ist h5p ja nur implementiert, das ist ja keine moodle-eigene Entwicklung, oder habe ich da ein falsches Verständnis?
    Umfragen bzw. Unterrichtsevaluation kann ich über Forms oder (wenn es schnell gehen soll) mit „Polly“ in Teams direkt durchführen! Da sehe ich jetzt also keinen wirklichen Nachteil gegenüber mebis.

    Mit der „Mathematik-Funktion“ meine ich OneNote (das Programm wird sowieso gnadenlos unterschätzt und geht leider in der Diskussion um MS Teams unter). Hier ist wohl GeoGebra implementiert, wie genau das technisch funktioniert kann ich dir nicht sagen, da ich kein Mathe – Lehrer bin. Jedenfalls können handschriftliche Eingaben von Formeln inkl. Anzeige der Rechenschritte automatisch gelöst sowie in Graphen ausgegeben werden. In meinen Augen ein tolles Feature.

    e) Mein Anliegen zur „freien Wahl“ bezieht sich direkt auf meine persönliche Situation: Nach einem Schulwechsel habe ich nun keine Möglichkeit mehr, M365 zu nutzen. mebis geht, und das ist GUT !!
    Ich bin der Meinung, dass man (zusammen mit einem Arbeitsrechner, der vermutlich auf Windows 10 laufen wird*) eine Schul – Mail bekommen sollte, also einen Microsoft Tenant. Darüber können dann auch Office – Programme genutzt werden, die brauche ich schließlich sowieso für meine tägliche Arbeit.
    Teams kann man dann eben nutzen oder auch nicht (Abstimmung darüber sollte m.M.n. innerhalb des Klassenteams getroffen werden).
    Wenn sich über einen längeren Zeitraum hinweg konkrete Probleme auftun, kann Teams ja auch schulweit „verbannt“ werden.

    *ob man das gut findet oder nicht: Auf lange Sicht wird eine Anmeldung in Windows 10 OHNE E-Mail Adresse sowieso nicht mehr möglich sein, und auch bei Apple besteht soweit ich weiß der Zwang zur Verknüpfung mit einer Apple – ID. Falls wir also irgendwann mal mobile Lehrer-PCs bekommen: Mit welcher E-Mail sollen wir uns denn anmelden?

    Ich will übrigens gar nichts einengen, ganz im Gegenteil: Ich würde gerne die Möglichkeiten erweitern! Selbstverständlich braucht es da Gespräche mit Microsoft über den Datenschutz. Hier sind in meinen Augen allerdings schon Bestrebungen zu erkennen, die Server stehen ja inzwischen in der EU (wenn nicht sogar wieder in Deutschland, da bin ich nicht auf dem neuesten Stand) und es gibt auch entsprechende Voreinstellungen für deutsche Schulen in der Administrationsebene (Details dazu habe ich allerdings nicht, da ich selbst kein Systemadministrator bin).

    Und damit noch zur Relativierung meiner Aussage „du wärst nicht tief genug in der Materie“: Offensichtlich bist du nicht nur ein „Wald – und Wiesen Fachlehrer“ sondern hast enorme Kompetenz im Bereich der digitalen Bildung. Du kennst dich in mebis offenbar wahnsinnig gut und in M365 mittelmäßig aus. Bei mir ist es eben genau anders herum. Ich verteufle mebis nicht (auch wenn das vll. zum Teil so rüberkommt), bin nur der Meinung, es ist (aktuell noch) nicht ausreichend. Insofern auch hier wieder: 100% Zustimmung hinsichtlich des Titels des Artikels!

    Eine Offenheit gegenüber jeglicher Lernplattform (ob LMS, M365, kahoot, quizziz usw.) ist lobenswert und sollte eigentlich Standard für Lehrkräfte sein!

    Liebe Grüße!


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