Verfasst von: Gerhard Piezinger | 26. Januar 2016

KYO – Chaque Seconde

Schon immer war fremdsprachliche Rock- und Popmusik eine gute Quelle für den Unterricht. Sie bietet authentisches Material jenseits dessen, was sich Verlagsautoren als Wirklichkeit im Zielland vorstellen. Sie liefert Sprechanlässe rund um oft jugendrelevante Themen. Und sie erwischt die Schüler doch auch häufig auf der Gefühlsebene. Auch die französische Musikwelt bietet immer wieder wunderbare Titel, die geradezu auf ihren Einsatz im Unterricht warten.

Jahrzehntelang war man im Fremdsprachenunterricht auf die Kombination CD-Player, Lückentext und bestenfalls noch Folie angewiesen. In unserer Tabletklasse geht da mehr:

Kyo(oben von links nach rechts)

1. Zum Einstieg erarbeiten sich die Schüler ein paar zentrale neue Wörter mithilfe einer Learningapps-Seite. Zuerst ganz individuell, dann auch mal einer auf dem Projektor.

2. Während des ersten Anhörens notieren die Schüler Wörter, die sie verstanden haben, in ein Etherpad. Dieses erlaubt das gleichzeitige Schreiben aller an einem Text. Nach ein bis zwei Durchgängen kann man auf dieser Basis über den möglichen Inhalt schon mal spekulieren. (Diesmal tatsächlich nicht Liebe!)

3. Dann kommt der klassische Lückentext zu seiner Ehre, hier als Bookwidget integriert. Als zusätzliche Hilfe steht den Schülern am Seitenende die Audiodatei zum individuellen Anhören (mit Kopfhörern) zur Verfügung. Ist eine Lücke richtig ausgefüllt, werden die Buchstaben unmittelbar in grün angezeigt. Diese sofortige Rückmeldung ist bei Aufgaben dieser Art besonders nützlich.

4. Als letzter Schritt kommt jetzt die genauere Auseinandersetzung mit dem Text. Da ein klassisches Übersetzen ins Deutsche für die Achtklässler sicher zu anspruchsvoll, zu langweilig, zu zeitraubend und in diesem Fall nicht sehr sinnvoll wäre, habe ich die einzelnen Verse (16 insgesamt) bereits übersetzt. Mit einem split worksheet aus Bookwidgets haben sie jetzt links den Originaltext und müssen die deutschen Verszeilen in die richtige Reihenfolge bringen. Dies war sicherlich der Augenblick mit den meisten Aha-Effekten à la „Ach so, jetzt versteh ich’s“.

Je nach verbleibender Zeit kann diese Einsicht in die Botschaft des Textes jetzt für persönliche Äußerungen, zu Rollenspielen oder anderen mündlichen Kommunikationsübungen benutzt werden.

Zentrale Schaltstelle der ganzen Stunde war wie immer unser Mebis-Raum, in dem alle Ressourcen verlinkt und eine nach der anderen im Stundenverlauf für die Schüler sichtbar gemacht wurden.

Wer jetzt nach all den Erklärungen selber mal reinhören möchte: Chaque Seconde bei Amazon.


Responses

  1. Servus Gerhard,

    als natwiss. kenn ich mich ja nicht so gut aus – aber mir gefällt diese digitale Methodenvielfalt! *freu*

    Wir kämpfen (und das Wort ist so gemeint) um die Ausstattung mit tabletts bei uns an der schon so gut ausgestatteten Schule… Schau ma mal, wann wir Deine Ideen und Anregungen aufgreifen und für unsere Schüler in die Tat umsetzen können!

    LG Michael


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