Verfasst von: bodo94 | 19. Februar 2022

Memes im (Geschichts-)Unterricht

Beitrag auf einer schulinternen Memeseite, aufrufbar unter https://www.instagram.com/p/CXIlilpIONp/.

Karikaturen sind ein gerade im Geschichtsunterricht häufig genutztes Medium, deren Relevanz als historische Quelle nicht infrage gestellt werden soll. Die Frage ist jedoch, wie sehr diese noch Teil der Lebenswelt unserer Schüler:innen sind, wenn selbst der Autor dieser Zeilen sie in seinem Alltag nicht mehr konsumiert. Stattdessen folgt er als Geschichtslehrer diversen Accounts auf Instagram, die sich auf historische Memes spezialisiert haben. Können diese als eine Art modernes Pendant zur Karikatur hier eine Brücke bilden? Dieser Gedanke bildete den Ausgangspunkt für die Konzeption meiner zweiten Staatsexamensarbeit, in der ich mich mit Möglichkeiten des Einsatzes von Memes im Geschichtsunterricht befasste.

Konkret sollte sich alles um die Beschäftigung mit den sogenannten Grundlegenden Daten und Begriffen – kurz GDB – drehen, dem modernen Gegenstück zum guten alten „Grundwissen“. Diese werden oftmals im Unterricht sträflich vernachlässigt, bilden aber doch eine wichtige Grundlage der Sachkompetenz. Die Schüler:innen sollten so im Zuge des Projekts basierend auf den bisher im Zuge ihrer Geschichtslaufbahn behandelten GDB selbst Geschichts-Memes erstellen, die wir anschließend auch stilecht auf einem extra hierfür angelegten Instagram-Account veröffentlichten.

Der im Rahmen des Projekts entstandene Instagram-Kanal der Klasse 8cT, aufrufbar unter https://www.instagram.com/8chgeschi_memes/.

Die Schüler:innen staunten nicht schlecht, als ich mit dem unten angefügten Meme in eine Stunde mit ihnen einstieg. So dauerte es auch eine kurze Zeit, bis sie wirklich merkten, dass ich ernsthaft mit ihnen mit diesem Medium arbeiten wollte. Spätestens als wir systematisch Memes und Karikaturen verglichen und erstere analog zu letzteren analysierten, waren sie voll mit dabei. Als sie dann selbst Memes erstellen durften, waren viele von ihnen Feuer und Flamme. Dies fiel den Schüler:innen in der Regel übrigens recht leicht, hatten die meisten doch schon bereits Erfahrung damit. Das Feedback zum Projekt insgesamt fiel äußerst positiv aus.


Beispiel für ein historisches Meme aus dem Projekt zum Tod Caesars.
Beispiel für ein historisches Meme aus dem Projekt, welches den Verlauf der französischen Revolution und die Machtübernahme Napoleons thematisiert.

Aber auch außerhalb eines solchen Projekts lassen sich Memes natürlich an vielen Stellen einbringen, sei es als Einstieg, um das Eis zu brechen, oder auch an anderer Stelle zur Auflockerung. Und nach so einem Projekt hat man als Lehrer:in natürlich eine große Menge an frischen Memes für vielerlei Themen zur Hand und die meisten Schüler:innen wird es freuen, wenn die Lehrkraft ihre Memes in anderen Klassen verwendet.😉 Dass es sich bei der Klasse um eine Tablet-Klasse handelte, erleichterte natürlich vieles, da so alle Schüler:innen in jeder Unterrichtsstunde ihr Werkzeug zum Erstellen von Memes oder dem Präsentieren von Ergebnissen stets zur Hand hatten.

Insofern gibt es eigentlich nichts, das einer Nutzung von Memes im (Geschichts-)Unterricht im Wege steht. Gerade auch, da sich Memes in Zukunft von der Darstellung zunehmend zur Quelle wandeln werden. So ist auch deren zunehmende Bedeutung in politischen Wahlkämpfen nicht mehr zu leugnen. [1]

Johannes Müller, StRef Englisch und Geschichte am CHG im 1. Halbjahr 21/22


[1] Als weiterführende Lektüre zum Thema Memes im Geschichtsunterricht sei Meme vs. Karikatur von Kevin Bury empfohlen.


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