Verfasst von: Gerhard Piezinger | 3. August 2020

Über die Wolken

Zum ersten Mal trat das Phänomen in der Mitte der Zweitausender Jahre auf. Es war die Blütezeit der Weblogs, die in der Breite recht schnell den personalisierten Micro-Blogging-Diensten wichen, auch als soziale Netzwerke bekannt. Auf den Weblogs waren die Tag-Clouds der letzte Schrei: Durcheinander gewürfelte Stichwörter, deren Schriftgröße die Verwendungshäufigkeit auf der Seite widerspiegelten.

Im Laufe der Jahre entstand daraus eine regelrechte Kunstform. Wortwolken lassen sich heute im Internet generieren, bei freier Konfiguration von Schriftarten, Farben und Drehwinkel.

Eine der interessanteren Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht ist sicher, dass man ganze Texte als Vorlage vorgeben kann. Algorithmen bereinigen den Text dann von reinen Funktionswörtern (ein, der, und, im, auf etc.), ändern flektierte Formen auf die Grundform (warf -> werfen, Gästen -> Gast), ermitteln die Häufigkeit der Wörter, die sich dann in der Schriftgröße widerspiegelt. Folgende Beispiele wurden mit wordart.com erstellt.

Wordclouds

Denkbare Szenarien im Überricht wären:

  • Eine selbsterstellte Wordcloud als (alleinige?) Basis für ein Schülerreferat
  • Zur Einführung eines neuen (Lektions-)Textes, um die Schüler über den Inhalt spekulieren lassen
  • Zur Einführung einer neuen Unterrichtseinheit, möglicherweise zum Abschätzen der Vorwissens der Schüler
  • Als Arbeitsgrundlage eines Rechercheauftrags
  • Zur individuellen Illustration einer Unterrichtseinheit (Reduktion auf das Wesentliche)
  • Als kreative Aufgabe zur Illustration beliebiger Inhalte.

Auch dieses Werkzeug ist wieder mal ein Beispiel dafür, dass digitale Medien weit mehr sind als bloß ein „weiteres Werkzeug“. Nein, sie bieten auch neue Darstellungsformen, die auf Dauer auch die gesellschaftliche Kommunikation, die Ästhetik, die Herangehensweisen an Aufgaben und schließlich sicherlich auch den Unterricht selber verändern werden.


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