Verfasst von: Gerhard Piezinger | 29. September 2018

Unmittelbares Erleben und Festhalten

Im Physikunterricht der 9. Klasse steht unter anderem das Thema Magnetismus auf dem Lehrplan. Herr Pertl passte diese Einheit kürzlich an die Arbeit mit Tablets an. Nach der üblichen Demonstration des Bestreuens eines Permanentmagneten mit Eisenfeilspänen konnte jeder Schüler den Aufbau abfotografieren (oder alternativ einer und dann das Foto „austeilen“). Die markante Ausrichtung der Späne an den Feldlinien konnte nun von jedem mit dem Stift systematisch nachgezeichnet werden.
Analog dazu illustrierten die Schüler die „Rechte-Hand-Regel“ sowie das Magnetfeld einer Leiterschleife sogar im dreidimensionalen Raum. Was für ein Unterschied in der Herangehensweise im Vergleich zu einem Papier-Physikbuch – es entsteht tatsächlich ansatzweise sogar das Gefühl, im realen Versuchsaufbau „herumzumalen“.

Gerade in den Naturwissenschaften ist das unmittelbare Erfahren wesentlich für das Begreifen von Zusammenhängen. Die selbständige Dokumentation des Gesehenen lässt die Schüler die Erkenntnisse zu einem Teil ihrer eigenen Lernbiografie machen, im Gegensatz zu irgendwelchen standardisierten, vorfabrizierten Abbildungen im Physikbuch. Tablets sind in dieser Hinsicht sicherlich ein erster Schritt dahin, die realen Beobachtungen mit dem Schulbuch/-heft zu verknüpfen und somit die Grenzen zwischen dem eigenen Erfahrungsraum und der häufig trockenen Theorie aufzuweichen.


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