Verfasst von: Gerhard Piezinger | 8. Juni 2017

Schreiben mit Textkraft

2016 war das Jahr, in dem mobile Geräte mehr Anteil am Datenverkehr hatten als Desktop-Geräte. Mobile Betriebssysteme haben gleichzeitig den klassischen Desktop-Systemen wie Windows oder Mac OS im Alltag längst den Rang abgelaufen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass letzteren über kurz oder lang ein Nischendasein wie CDs, Festnetztelefonen oder 35-mm-Film bevorsteht.

Jeder Technologieübergang bringt aber auch neue Ideen hervor, auf die sich einzulassen vor allem erfahrenen Computernutzern häufig schwerfällt.

Eine dieser Ideen ist Textkraft, die sich selbst ganz bescheiden „Schreib-App“ bezeichnet. Es handelt sich nicht um eine klassische Textverarbeitung, weil ihr bis auf Textauszeichnungen praktisch alle Layoutmöglichkeiten, sogar eigene Formatvorlagen oder das Einfügen von Bildern, fehlen. Es geht wirklich nur um das Erfassen von Text – mit der integrierten Bildschirmtastatur, noch besser mit einer externen Tastatur, am besten und schnellsten natürlich per Diktierfunktion. Unterstützt wird das durch eine integrierte Ablage für alle Arten von Textdateien, auf die man beim Schreibprozess schnellen Zugriff bekommt.

Und das Schreiben unterstützt Textkraft wirklich hervorragend, auch wenn z.B. die schnelle Cursorpositionierung und die Wortvorschläge inzwischen in iOS fürs iPad direkt als Systemfunktion übernommen wurden. Dennoch kriegt man ein geniales Synonymenwörterbuch, Grammatikhinweise, Wikipedialinks oder den Schnellzugriff auf häufig genutzte Sonderzeichen so schnell zugänglich bei keinem anderen Textprogramm auf iOS.

Textkraft

Wie ist das jetzt für die schulische Arbeit relevant? Für die Seminararbeit im W-Seminar könnte Textkraft sicher das Werkzeug der Wahl werden, weil es besser als eine klassische Textverarbeitung erlaubt, sich zunächst rein auf die Inhalte zu konzentrieren. In Word & Co. verliert man in diesen Phasen gern den Fokus durch Rumbasteln am Layout. Unverständlich ist mir, warum sich nicht einfache Fotos in der integrierten Ablage vorhalten lassen: Ab in die Bibliothek, relevante Textstellen abfotografieren, in Textkraft zusammenfassen und zitieren, fertig. Warten wir mal die Updates ab.

Eine weitere, bereits vorhandene Funktion könnte im Deutschunterricht helfen: Warum nicht mal einen Deutschaufsatz mit dem Synonymangebot wirklich perfektionieren und sich der Schwächen der Vorversion bewusst werden?

Alles in allem ist Textkraft ein faszinierendes, innovatives Werkzeug, das für manche eifrige Schreiber sicher einen Mehrwert beim Ausarbeiten komplexerer, eigenständiger Texte bietet.


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